Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen

2 Hilchenbach.

schwellung ein richtiges Quellencentrum, welches seine Gewässer nach allen vier Himmelsrichtungen entsendet. Trotzdem macht sie wenig den Eindruck eines wirklichen Gebirges, da die flach gewölbten, waldüberzogenen Kuppen, deren weiche Linien jede schroffe Form ausschliessen, sich auf eine Hochfläche aufsetzen, deren durchschnittliche Höhe 450 m betragen mag, und nur wenn man einen der wenigen Pankte erreicht, welche einen Ausblick auf die abwärts führenden, teilweise tief eingeschnittenen Thäler gewähren, gewinnt man den Eindruck, dass man sich auf einer der bedeutendsten Erhebungen des ostrheinischen Schiefer- gebirges befindet.

Trotzdem ist eine Wanderung durch die weitgedehnten, herrlichen Waldungen eine sehr lohnende, nur möge man die- selbe in nicht zu früher und nicht zu später Jahreszeit unter- nehmen, da das Klima ziemlich rauh ist, der Schnee bis in den Mai hinein sich auf der Höhe hält und schon im September oft Frostwetter eintritt. Es passt für diese ganze Gegend, was Jung-Stilling in Bezug auf das am Quelllauf der Eder gelegene Dorf Lützel(in seiner Lebensgeschichte Zellberg genaunt) sagt:Die Lage dieses Ortes ist bezaubernd schön, besonders im späten Frühling, im Sommer und im Anfange des Herbstes; der Winter aber ist daselbst fürchterlich. Das Geheul des Sturmes und der Schwall von Schnee, welcher vom Winde getrieben, hinstürzt, verwandelt dieses Paradies in eine norwegische Landschaft. Freilich gewährt gerade im Herbst der Wald mit seiner mannigfaltigen Färbung dem Wanderer einen doppelten Reiz.

Wer zur Lahnquelle will, erreicht dieselbe am besten, von den Stationen Hilchenbach oder Strassebersbach aus, wenn er nicht den Fluss selber aufwärts gehen will.

Hilchenbach.

Hilchenbach, Station der Bahnstrecke Creuzthal-Mar- burg, H. über N. N. 346 m, Stadt, Kreis Siegen, Regierungsbezirk Arnsberg, 2281 Einw., meist evangelisch, Sitz eines Amtsge- richts und Kgl. Lehrerseminars, letzteres seit 1867.

Gasthöfe: Kölner Hof von Ww. Eckardt, L. Fr.*) 2,25 Mk.; Deutscher Hof von Ernst Nielinger; Gasthof Müller, L. Fr. 1,50 Mk., Pens. 3 Mk.

Restaurationen: Bahnhofrestaurant; Restaurant Gimbel.

Café von C. Müller.

Buchhandlung: L. Wiegand.

Abteilung des Sauerl. Gebirgs-Vereins. Abteilung des Siegerländer Radfahrer-Clubs; Bundes-Gasthof Phil. Müller, Schützenstr. 159, ebenda Reparaturwerkstätte bei Wilh. Müller.

Post- und Telegraphenamt in der Nähe des Bahnhofs.

*) L. Fr. bedeutet: Logis und Frühstück.