Auf eine Ausgestaltung der medizinischen Institute und Kliniken ist seitens der Staatsregierung und der Stände in den letzten Jahrzehnten großer Wert gelegt worden. Bedeu- tende Kräfte leiten die Kliniken, so daß nicht nur den Studie- renden eine gute Ausbildung, sondern auch den Bewohnern von Gießen und Umgebung ärztlicher Rat bei schwierigen Fällen in vorzüglicher Weise zu teil werden kann. Die In- stitute und Kliniken des tierärztlichen Kollegiums, das das der medizinischen Fakultät angegliedert ist, sind ebenfalls in den letzten Jahren mit Neubauten versechen worden und können den Vergleich mit anderen Hochschulen wohl aushalten.
Auch die übrigen Fakmultäten sind auf das Beste ausge- stattet und mit reichen Lehr- und Anschauungsmitteln verschen. Die großen Hörsäle sind hygienisch einwandfrei. Reiche Samm- lungen ermöglichen auch den Fortgeschrittenen, wenigstens in den meisten Fächern, eine Weiterbildung. Der philosor Phischen Fakultät ist auch ein forstliches und ein landwirtschaftliches Institut angegliedert. Die wissenschaftlichen Sammlungen der Cniversität sind für das Publikum großenteils direkt zugänglich. Die Gips- sammlung des archäologischen Institutes im Kollegienhause Ludwigstraße 23 ist Montag bis Freitag 11—12, Sonntag 1 11/½— 12 ½, die Schätze des kunstwissenschaftlichen Institutes Bismarckstraße 22 sind Montag bis Freitag 11—1 zugänglich. Andere reiche Sammlungen der Universität können in beson- deren Fällen nach Meldung bei dem betreffenden Ünstituts- direktor besichtigt werden. Der akademische botanische Garten am Brandplatz und der orstgarten im Schiffen- berger Walde bergen Schenswürdigkeiten seltener Pflanzen die Fülle und sind während der Tagesstunden allgemein zugänglich.
Das Sekretariat der Landesuniversität, Bismarckstraße 22, liefert bereitwilligst Auskünfte über die Verhältnisse an der Universität und gibt unentgeltlich verschiedene Drucksachen, die Vorlesungsverzeichnisse, Prüfungs- und Promotionsbestim- mungen ab.
Wenn das Studium in Gießen früher in dem Rufe ge- standen haben mag, daß es hier nur lustig zugehe, daß hier der Student nur außerhalb der Hörsäle zu sehen sei, so darf es doch jetzt gegenüber mancher anderen mitteldeutschen Uni- versität für sich in Anspruch nehmen, daß es eine ernste Arbeits-
stätte geworden ist.


