Ein Einraumhaus hat wenig Mobiliar: Holzkästen, Bänke und der Tisch. Die Kleider verstaut man in den Kisten, die Bänke und der Tisch dienen zum Sitzen, Essen, Arbeiten und Schlafen. Wo es bei der Bank als Schlafstelle nicht bleibt, ist das Hauptmöbel das Bett, ein einfa- ches Brettergerüst mit Bettstücken pritschenartig belegt, und man be- nützt Decklaken, die man gegebenenfalls auch auf den Boden oder die Schlafbank legt.
In der Stube des in unserer Heimat üblichen sogenannten fränkischen Bauernhauses steht ein geräumiger Heizofen, ein Loch in der Decke dient als Rauchfang. Die Dächer sind mit Stroh, Schilf oder Schindeln gedeckt gewesen. Gefahren durch Feuer, Wind oder Hagelschlag waren in diesen leicht gebauten Block- oder Fachwerkhäusern stets gegen- wärtig.
In der Gründungszeit Hausens, also im 8. oder 9. Jahrhundert, bildet sich die bäuerliche Siedlungsgemeinschaft des Dorfes aus. Grundherr— schaft und Unfreiheit sind der Rahmen mittelalterlichen Bauerntums. Vom Dorf aus wird dsas Land des Herren- oder Fronhofs bebaut. Auch die für Haus und Hof des Grundherrn nötigen gewerblichen Ge— genstände stellt man im Wirtschafts- und Sozialverband der Dorfge- meinde selbst her, so z.B. Gartengeräte, Bretter und Leinenstoff.
Der unfreie Bauer hatte sich zu den wichtigsten Saisonarbeiten zu verdingen, zu Heu- und Getreideernte, zur Weinlese(Weinbau gab es damals überall!), zum Dreschen als Handdienst und zu Fuhrdiensten über größere Entfernungen.
Erst im 12. Jahrhundert, als die erste größere Stadtbauwelle einsetzte, die viele Bauern zur Landflucht“ anregte(denn"Stadtluft machte frein!), gab sich der grundbesitzende und von seinen Herrschaftsrech- ten lebende Adel gelinder und wandelte, um die Konkurrenz der wachsenden Städte zu bestehen, die begrenzte Landsiedelleihe des Bauern in Erbpacht um, wodurch das Lehensgut über Generationen im Familienbesitz blieb. In der frühen Neuzeit(von 1585- 1703) hat sich die Doppelherrschaft von Nassau und Hessen-Darmstadt über den Hüt- tenberg für die Dörfler günstig ausgewirkt. Damit war der Anfang für eine bessere Existenz des Bauern gemacht, zumal auch die Wirt- schaftsweise schon seit längerer Zeit im Umbruch begriffen war. Be— reits seit dem Ende des 8. Jahrhunderts vollzog sich der allmähliche Ubergang von der 2-Felder- zur 3-Felderwirtschaft, wodurch nunmehr 2/3 der bestellbaren Flächen genutzt werden konnten.
Der Bauer hat sie in 3 Abschnitte eingeteilt: Das 1. Drittel wird im Herbst mit Wintergetreide, Roggen und Weizen bestellt, auf dem 2. Drittel baut man im Frühjahr Sommergetreide, Hafer und Gerste, Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen an; der Rest bleibt brach liegen und diente z. T. als Weideland fürs Vieh.
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