wetz, Reiskirchen, Volpertshausen und Weidenhausen an Nassau gefal- len waren, wurden nunmehr die restlichen 14 Dörfer wie folgt ver-— teilt.
Nassau erhielt: Dornholzhausen, Dutenhofen, Großrechtenbach, Hörns- heim, Hochelheim, Lützellinden und Niederkleen.
An Hessen-Darmstadt fielen: Allendorf/Lahn, Annerod, Kirchgöns, Langgöns, Leihgestern, Pohlgöns und unser Hausen.
Unter den Dörfern des Hüttenbergs war Hausen stets das kleinste; einigermaßen verläßliche Einwohnerzahlen, wie sie uns aus den For— schungen Otto Stumpfs für das späte Mittelalter und die frühe Neu- zeit bekannt geworden sind, sprechen für 1470 von 20, 1500 von 30, 1577 von 50 und 1600 von 75 Einwohnern. Um 1700 waren es erst 100. Viel größer dürfte ihre Zahl auch nicht zwischen 900 und 1400 gewesen sein, in welcher Zeit uns die fehlenden Quellen die Zahlen verschweigen.
Es ist fast ein kleines Wunder und nur schwer erklärbar, warum diese winzige Siedlung sowohl die frühmittelalterliche wie die hoch- und spätmittelalterliche Wüstungsperiode überstanden hat und nicht wie viele ähnlich kleine Orte von den Bewohnern aufgegeben wurde. Allein im allerengsten Raum um Hausen sind es 7 Siedlungen, um die Stadt Gießen 8 Dörfer, die bis zum Ende des Mittelalters ausgingen und an die nur noch Flurnamen oder urkundliche Uberlieferungen, gelegentlich auch Bodenfunde, erinnern.
Hausen war allerdings Mutterkirche, das größere Annerod nur Filiale; dies könnte ein wichtiger Grund für das Weiterbestehen des kleinen Dorfes Hausen sein.
Doch blenden wir noch einmal zurück zu Hausens Frühzeit. Wir haben - ich betonte es schon- leider keine schriftliche Überlieferung, aber wir können streiflichtartig das Leben der Menschen in jenen ersten Jahrhunderten beleuchten, weil wir aus der vergleichenden Kultur- und Sozialgeschichte die entsprechenden Schlüsse zu ziehen vermögen.
Das kleine Dorf- und damit auch unser Hausen- hatte eine Handvoll Behausungen, niedrige Hütten aus Lehm und Stroh, nur die Kirche aus festen Steinen stand an einer etwas erhöhten Stelle, davor vielleicht ein Dorfplatz mit der ausladenden Linde.
Der Fußboden in den Häusern war hartgestampfte Erde, Trinkwasser war Mangelware, die Notdurft verrichtete man im Freien. Männer, Frauen und Kinder schlafen im selben luftleeren, düsteren Raum, ne-— benan steht das Vieh. In den ärmeren Familien- und es gab durchaus schon soziale Unterschiede- teilt man, im Winter auch der Wärme wegen, den Raum mit den Haustieren.
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