Seit einiger Zeit steht im 1. Stock des Stadthauses, vor dem Sitzungs- saal, ein Modell der Altstadt vor der Zerstörung(1944), und in einer Schauvitrine vor dem Hauptamt werden im Wechsel von 3- 4 Wochen Archivstücke ausgestellt.
Der gute Kontakt und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einigen Dienststellen innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung geben dem Stadtarchiv in seiner Arbeit an und in der Gesellschaft ein immer besseres Fundament. Ich nenne hier vor allem das Oberhessische Mu— seum, die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, die Universitätsbiblio- thek mit dem Universitätsarchiv, den Oberhessischen Geschichtsverein sowie die Bodendenkmalpflege.
In dieser und ähnlicher Weise werden wir auch in Zukunft versuchen, den Kreis derer zu erweitern, die der Arbeit eines Stadtarchivs nicht nur Aufmerksamkeit und Anerkennung entgegenbringen, sondern sich auch durch das Stadtarchiv angesprochen fühlen, in der Kenntnis der Vergangenheit Verständnis für die Gegenwart empfinden und die Not- wendigkeit eines geordneten Stadtarchivs erkennen.
Fassen wir zusammen: Archive sind Aufbewahrungszentren städtischer Geschichte, sie sind Fundort wichtiger Rechtstitel und darum der Stadtverwaltung unentbehrlich, sie sind sprudelnde Quelle lebendiger Geschichte und damit notwendig für Forschung und Lehre, sie sind Fundstätte für den suchenden Bürger und haben eine Bildungsaufgabe an der Gesellschaft, kurz: sie sind Selbstdarstellung der Gemeinschaft und ihr Gedächtnis.
Nachbemerkung: Der Umzug des Stadtarchivs in die neuen Räume hat inzwischen(Ja-
nuar 1976) stattgefunden. Der Verfasser dankt an dieser Stelle allen, die geholfen haben, diese Lösung zu verwirklichen.
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