stände eine große Wirkung ausstrahlen. Gerade geschickt zu- sammengestellte Ausstellungen können dazu beitragen, die Stadtgeschichte plastischer zu machen, sie können auch die po- litische Bildung historisch untermauern, ein Erfordernis, das heute oft übersehen wird und daher unbeachtet bleibt.
Auch dieser pädagogische Dienst der Archive ist wie die histo- rische Forschung und die Sammlung von zeitgeschichtlicher Do- kumentation ohne Vernachlässigung der Ordnung und Verwaltung der Archivbestände nur möglich bei entsprechender personeller und materieller Ausstattung.
Der Sffentlichkeitsarbeit des Stadtarchivs waren in der An- fangszeit verständlicherweise enge Grenzen gesetzt. Erst mit der Einrichtung des provisorischen Büros im Keller des Stadt-— hauses ergab sich eine engere Verbindung zur Verwaltung und den städtischen Amtern, mit deren Hilfe nun in breiter Streu— ung der Pädagogische Dienst’ des Stadtarchivs begonnen wer- den konnte.
Zwei kleinere Ausstellungen(Zum Tag des Bürgers) und eine große Schau zur Stadtgeschichte(anläßlich des Hessentages 1969 bzw. zur 1200-Jahrfeier Wiesecks) haben das Stadtarchiv in weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt gemacht und haben viel Anklang gefunden.
Immer wieder im Laufe der letzten Jahre wurden einzelne Stadtver- ordnete und Magistratsmitglieder eingeladen, sich die Bestände, aber auch die mißliche Situation des Archivs anzusehen; der oben erwähnte Besuch des gesamten Magistrats im Jahre 1971 war in dieser Bezie- hung eine große Hilfe.
In der örtlichen Presse machte das Archiv in verschiedener Weise auf sich aufmerksam: Einmal veröffentlichte es mehrere Aufrufe an die Bevölkerung, beim Auffinden alter Druck- und Handschriften doch das Stadtarchiv zu Rate zu ziehen oder testamentarisch die Abgaben von ortsgeschichtlich wertvollen Hinterlassenschaften an das Archiv sicher- zustellen. Daneben wurde die Presse zu Veranstaltungen des Stadtar— chivs eingeladen und um einen entsprechenden Bericht gebeten. Schließlich hat der Verfasser gelegentlich historische Unkorrektheiten durch Leserbriefe als'Stadtarchivar! richtiggestellt. Alle diese Dinge haben wesentlich dazu beigetragen, die Existenz des Stadtarchivs (wenn auch wahrscheinlich noch nicht seine Aufgabe und Bedeutung) im Bewußtsein eines Teils der Bevölkerung zu verankern. Hierdurch multiplizierte sich der Bekanntheitsgrad ebenso wie durch gelegentli- che Bemerkungen in den Amtlichen Mitteilungen“ der Stadtverwal- tung, in denen auf die Arbeit des Archivs hingewiesen wurde, vor al-— lem auf die Pflicht der Amter, vor einer geplanten Aktenvernichtung das Archiv in Kenntnis zu setzen und seine Einwilligung zu erwirken bzw. die Akten dorthin abzugeben.
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