Chriſtliche Leichpredigt. theures vollommenes verdienſt mit warem glauben ergriffen und ſich darauff ganß muthig und getroſt in noht und todt/ im leben und ſterben einzig und allein verlaſſen: wie ſie ſich dan gar fein auch hat wiſſen zu
ſtercken mit allerley ſchoͤnen troſtſpruchen H. Schrifft/ und inſonder⸗
heit mit der ſeligen hoffnung und betrachtung der uͤberſchwenglichen
Himliſchen Freude und ewigen Hertlichkeit/ ſo allen anßerwehlten glanbigen Kindern Gottes im Himmel beygeleget und behalten iſt.
Mit ſolchem Troſt iſt Sie von dieſer Welt geſchieden und nunmehr ge⸗ kommen auß groſſem Truͤbſal zu einem ſuͤſſen Labſal/ auß dieſem irdi⸗
ſchen Jammer und Thränenthal/ inden Himliſchen ehren und freu⸗
denſaal/ vom glauben zum ſchawen /von der hoffnung zur beſitzung/ von
einem geringen vorgeſchmack zu einer volkammenen gen ieſſung deſſen/
was hie kein Ange geſehen/ kein Ohr gehoͤret und in keines Menſchen
Hertz kommen iſt/ das Gott bereitet hat denen die ihn lieben. Nun eine
ſolche Gnade wolle Uns auch allen miteinander verleihen/ Gott Vat⸗
ter/ Sohn und H Geiſt/ welchem Drey⸗ Eimgen waren G DTT ſey
lo b/ ehr/ preiß und danck geſagt in ſeiner Gemeine/ die in Jeſu Chriſto
iſt zu aller zeit/ von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen.
B
Raw Maria Modeſta DOrxille iſt in dieſe Welt geboren al⸗ hier in Heydelberg im Jahr 1601 den 26.Auguſti. Ihr Vat⸗ ter iſt geweſen Her: Ludwig Camerarius, Koͤnigſicher Ma⸗ jeſtät en Schweden und Churfurſtl icher Pfalt geheimer Rath.
Ihre Mutter Fraw Maria Modeſta, Herin Gerhard Paſtoirs Churfuͤrſtlicher Pfals geheimen Rath und Canßzlers Tochter.
Von dieſen ihren lieben Eltern iſt Sie in ihrer Jugend zu der Gottesfurcht und allen Chriſtlichen tugenden angewieſen und erzogen worden/ in welchen ſie nach und nach dergeſtalt zu genommen/ daß ſie bey den Eltern groſſe Frewde erwecket/ und auff dieſen guten grund ihr folgendes ganges Lelgxruhmlich und woßl fortgeſezt/ auch biß in Ihr endt vollführet hat.
Nachdem der liebe Gott die ſchwere verenderungen/ in ihrem Vatterland der Churfurſtlichen Pfals verhenget/ und Ihr Her: Vat⸗ ter ſeiner gnãdigſten Herꝛſchafft in die Frembde gefolget/ auch von der⸗ ſelben hin und wider verſchicket worden/hat Sie mit Ihrer Fraw Mut⸗ ter und Geſchwiſteren/ ſich auch auß dieſen Quartiren weg begeben muůen/ und ſich erſtlich ein zeirlana zu Heilbron/ darnach indem S3
ir
—


