Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Von der Liebhaber Gottes unaußsprechlicher Himmels-Freude, Bey ansehnlicher Volckreicher Leich-Begängnus, Der Weyland Wohl-Edlen viel Ehr und Tugendreichen Frawen Maria Modesta D'Orville, Des auch Weyland Wohl-Edel, und Hochgelehrten Herrn Friederich D'Orville, Nachgelassener Wittib : Welche Den 18. Januarii, des 1665. Jahrs zu Heidelberg Selig in ihrem Erlöser Christo entschlaffen, und darauff den 23. im Chor der Kirchen zu S. Peter ganz Christ- und Ehrlich zur Erden bestattet worden / Gehalten, und auff begehren in Truck verfertiget Durch Marcum Floccenium, Pfarrern zu H. Geist daselbst
Entstehung
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Chriſtliche Leichpredigt.

Als nun der hochſte Gott das Vatterland Teutſchet Nation mit gnaden⸗Augen angeſehen/ und den lieben Frieden wiederumb be⸗ ſcheret/ dieſem nach ſich ihr Her: Vatter reſolvirt, wiewohl bey ſeinem hohen Alter/ wiederumb in die Churfürſtlichepfalß zu begeben/ hat Sie ſich auch mit demſelben anhero in anno 16r. erhoben/ und nach deme Ihr Her: Vatter bald darauff alhier dieſe Welt geſegnet/ iſt fie dieſes Orthð mit ihren Kindern/ furnemlich die Soͤhne zu den ðtudiis bey zumahl von gnaͤdigſter Herrſchafft wiederumb auffgerichteten Uni- verſitet zu halten/ verblieben/ biß ſie Gott der Her: im nechſt verwiche⸗ nen Jahr 1664 mit Leibskranckheit heimgeſucht/ von deren Sie zwar damahlen auffgekommen/ bald aber darauff die betruͤbte zeitung von Ihrer Tochter Fraw Suſannæ Herꝛen Philips Burckarten ehelicher Haußfrawen gefaͤhrlichen Kranckheit vernehmen muͤſſen/ deswegen Sie/ wiewohl ſelbſt noch unpaßlich/ nacher Hanaw zu ihrer Tochter verreiſet/ aber auff den Weg erfahren/ daß Gott der Herr dieſelbe be⸗ reits/ nach deme ſie zuvor eines jungen Soͤhnleins geneſen/ durch den zeitlichen todt hinweg geruckt gehabt. Welchen harten ſchlag und trau⸗ rigen Fall Sie ʒwar mit groſſer gedult und Chriſtlichem muth getragen/ gleichwol dergeſtalt innerlich empfunden daß Sie von der zeit an/ an Leibskraͤfften mercklich abgenommen/ und endlich auch die ſchuldt der Natur bezahlen muͤſſen/ wie ſie dan am negſt vergangenen Mittwochen vor achttagen/ nemlich den n. Januarii des Morgens umb drey uhr ein ſchleuniges ſchaudern angeſtoſſen/ worauff die hiße erfolget/ ſo auß⸗ wendigzwar gelinde/ innerlich aber heftig und heimlich hinterhattend geweſen Des anderen tages hernach hat man an den Leftzen und Naaß⸗ loͤchern einige ſchwartze Blätterlein verſpuͤhret/ und das obertheil der Bruſt umb das Halsbein zimlich hart verſtopftt. Die naturliche kraͤf. te des Leibs haben ſich gar geſchwinde geleget/ und hat das außwerffen etner geringen ſchleimichten materi, keinen rechten fall oder fortgang haben können. Welches alles dan/ ſampt anderen anzeigungen eine beſorgliche muthmaſſung zum tod gegeben. Und wiewohl allerley be⸗ wehrte heilſame ſachen und krãfftige A ßeneymittel ſind gebraucht wor⸗ den/ ſo hat doch die hefftigkeit der Kranckheit dermaſſen ſtarck angehal⸗ ten/ daß die lebhaftigen Geiſter allgemaͤchlich verſchwunden und ſich verlohren haben /biß endlich ams. Tage ihrer ſchwachheit das Liecht des natůrlichen Lebens gaͤntzlich bey ihr erloſchen/ und Sie den 16. Januarii ein viertel vor zehen Uhr in dem Herren ſanfft und ſeelig entſchlaffen/ ihres alters ʒ. Jahr 4. Monat 23. tage.

E R D E.