Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Von der Liebhaber Gottes unaußsprechlicher Himmels-Freude, Bey ansehnlicher Volckreicher Leich-Begängnus, Der Weyland Wohl-Edlen viel Ehr und Tugendreichen Frawen Maria Modesta D'Orville, Des auch Weyland Wohl-Edel, und Hochgelehrten Herrn Friederich D'Orville, Nachgelassener Wittib : Welche Den 18. Januarii, des 1665. Jahrs zu Heidelberg Selig in ihrem Erlöser Christo entschlaffen, und darauff den 23. im Chor der Kirchen zu S. Peter ganz Christ- und Ehrlich zur Erden bestattet worden / Gehalten, und auff begehren in Truck verfertiget Durch Marcum Floccenium, Pfarrern zu H. Geist daselbst
Entstehung
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chriſtiche Keicpredigt ·

Pars. II.

Olches werden wir jes im zweiten Haupttheil zu vernehmen haben/ da uns Paulus auff Gott weiſet und ferner ſagt⸗ daß Gott dieſelbe bereitet habe/ damit ja niemand meinen moͤchte/ als ob ſie von Menſchen herruhrete/ oder des Menſchen freyer will und eigene kraͤfften darzu im geringſten etwas vermoͤchten/ oder deſſen wurdigkeit und verdienſte der Wercke ein theil davon zuzuſchrei⸗ ben wäre. Durchauß nicht; ſondern Gott habe es bereitet/ ſpricht un · ſer Apoſtel. Bereiten aber heiſſet eigentlich ein Ding vorder Hand zu tuͤnfftigem gebrauch fertig machen. So verſtundens die Juͤnger/ wel⸗ che Chriſtum fragten/ wo wiltu/ das wir bereiten das Oſterlamb zu eſ⸗ ſen Matth 26 17. Und in dieſem verſtande wird alhie auch geſagt/ daß Gott die Seeligkeit bereitet/ das iſt vorhin fertig gemacht und verſchaf⸗ fet habe/ daß ſie kuͤnfftig von ſeinen Erben ſolle eingenommen/ beſeſſen und genoſſen werden. Da mercket wiederumb dieſe lehr. Von der Goͤttlichen bereitung kommme es/ daß die glaubigen Kin⸗ der Gottes eine ſo ůͤberſchwenglich groſſe Seeligkeit nach dieſern Leben

zu gewarten haben. Dan das iſts ja/ was Paulus außdrucklich alhier 7 4n.

vermeldet/ und auch anderswo/ da er ſchreibet/ Gott habe den glaubigen Altvaͤttern eine ſtatt im Himmel bereitet. Hebr. n. 16. Hiermit ſtimmet allerdings uͤberein/ was Petrus lehret/ wan er ſpricht/ wir werden auß Gottes macht durch den Glauben bewahret zur Seligkeit/ welche zu bereitet iſt/ daß ſie offenbar werde zur letten zeit. 1. Epiſt. 1.j. die urſa⸗ chen hievon ſeind dieſe:

A

Erſtlich/ weil Soit der Urheber oder erſte Anfaͤnger unſers Heils 75 Jol.

iſt/ dem niemand etwas zuvor gegeben/ das ihm muſte wieder vergolten werden. Rom. 1. 35. Sondern der in allem/ was zur ewigen Seligkeit immer von noͤthen ſein mag /eine reiche und vollige bereitſchafft/ lauter von dem ſeinem gemacht hat. Daher ſpricht Paulus der alles bereitet/ das iſt Gott. Hebt. ʒ. 4. daher ſchicket auch dieſe groſſ⸗ Himmels⸗Koͤ⸗ nig ſeine Knechte auß/ den Gaͤſten zur Hochzeit ſeines Sohns zu ruffen und zu ſagen/ Siehe meine Mahlzeit habe ich bereitet/ mein Ochſen und· mein Maſtvieh iſt geſchlachtet und alles bereit/ tommetnr Hoch⸗

zeit/ Matth.⁊2. B2 Dar⸗