Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Von der Liebhaber Gottes unaußsprechlicher Himmels-Freude, Bey ansehnlicher Volckreicher Leich-Begängnus, Der Weyland Wohl-Edlen viel Ehr und Tugendreichen Frawen Maria Modesta D'Orville, Des auch Weyland Wohl-Edel, und Hochgelehrten Herrn Friederich D'Orville, Nachgelassener Wittib : Welche Den 18. Januarii, des 1665. Jahrs zu Heidelberg Selig in ihrem Erlöser Christo entschlaffen, und darauff den 23. im Chor der Kirchen zu S. Peter ganz Christ- und Ehrlich zur Erden bestattet worden / Gehalten, und auff begehren in Truck verfertiget Durch Marcum Floccenium, Pfarrern zu H. Geist daselbst
Entstehung
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10 Chriſtliche Leichpredigt. tung/ truͤbſal und wiederwertigkeiten ſehr vertieffet und geangſtiget ſeyt: die ihr mit Hiob muͤſſet klagen und ſagen/ wan man meinen Jam mer woͤge/ und mein Leyden zufammen in ein Wage legte: ſo wuͤrde es ſchwerer ſein dan Sand am Meer· kliob. 6. 2.3. ob ſchon ewer Jam⸗ mer noch ſo groß/ ewer Leyden noch ſo ſchwer/ und ewer Kreut noch ſo langwierig iſt/ ſo hat es doch keine proportion oder gleiche mit dem⸗ wovon Paulus hie redet und bezeuget/ daß kein Ange es geſehen/ kein Dhr es gehoͤret/ und in keines Menſchen Herß es gekommen ſeye. Da⸗ her faͤllet er ſelber anderswo das Urtheil hierͤber und ſpricht: Ich hal⸗ te es dafur/ daß dieſer zeit leyden der Herligkeit nicht wehrt ſeye/ die an uns ſoll offenbaret werden. kom. 8.18. Und abermal/ unſer Truͤbſal/ die zeitlich und leicht iſt/ ſchaffet eine ewige und uͤber alle maß wichtige Hertlichkeit/ uns die wir nichtſehen auff das ſichtbare/ ſondern auff das unſichtbare. Dan was ſichtbar iſt das iſt zeitlich/ was aber unſicht⸗ bar/ das iſt ewig.. Cor. 4.1s. auch euch frommen Seelen /die ihr euch drob betrůͤbet und quelet/ daß ihr můſſet mit ewren Augen ſehen/ mit ewren Ohren hoͤren/ und mit ewren Herten vernehmen/ das ihr nicht gerne ſehet/ hoͤret und vernehmet/ nemlich daß allerley boßheit und gottloſigkeit ſo ſehr uͤberhand nimbt/ daß allerley ſchwere Suͤnden und grobe Laſten in ſo vollem ſchwange gehen/ ja daß greuliche rach⸗ ſcheinende Schandthaten ohne ſcham und ſcheu von etlichen vexuͤbt und betrieben werden/ wie die ſchaͤndliche Leute zu Sodom dem from⸗ men Lor alles Leyd thaten mit ihrem unzuchtigen Wandel/ und quaͤle⸗ ten die gerechte Seele von tag zu tag mit ihren ungerechten Wencken/ die er ſehen und hoͤren můſte.. Pet. 2.7. 8. Seit froͤlig und getroſt/ es wird euch im Himmel wohl belohnet Wer den. Matth.5. r. ihr werdet dafuͤr ſehen /hoͤren und empfinden/ was hie kein Auge geſehen/ kein Ohr gehoͤret und in keines Menſchen Hert gekommen iſt/ nemlich eine un⸗ begreiffliche/ unaußſprechliche ewigt Her:lichkeit. Aber woher nimt dieſelbe ihren uhrſprung?

Pars