Ratio].
5 Chriſiliche xeichpredigt.
lich ſeye/tan er nicht ſehen oder ſagen: alſo wie groß die furtrefflichkeie des Himliſchen Erbtheils der Kinder Gottes/ und wie herꝛlich die See⸗ ligkeit der Außerwehlten in jenem Leben ſeye/ kan weder Menſchlicher verſtand begreiffen /noch Menſchliche Zunge außſprechen: ſo vielton⸗ nen wir allein auß Gottes Wort wiſſen/ daß ſie unendlich ſeye.
Und eben das iſt eine von den uhrſachen unſer auß gegenwerti⸗ gem Teyt vorgetragenen Lehr/ warumb wirs mit unſer Vernunſt nicht können ergrunden/ viel weniger daß wirs mit Worten ſolten außdru⸗ cken und gnugſam zul erkennen geben/ wie uͤberſchwenglich groß die Herꝛligkeit des ewigen Lebens ſeye/ weil es ein unendlich Weſen /wir aber eines endlichen Verſtandes ſind: da es dan heiſſet/ was endlich/ iſt nicht faͤhig des unendlichen und der ewigen Himliſchen Freudenguͤ⸗ ter iſt eine ſolche groͤſſe/ daß wir ſie nicht konnen ermeſſen: eine ſolche menge daß wir ſie nicht koͤnnen zehlen: ein ſolches gewicht/ daß wir ſie nicht koͤnnen wiegen: ein ſolcher preiß/ daß wir ſie nicht koͤnnen ſchaͤ⸗
ten: und eine ſolche Lieblichkeit/ daß wir ihrer nicht koͤnnen ſart wer⸗
II.
den. Daher/ wan die Glaubigen dermaleins zu vollkommener beſißzung und genieſſung derſelben gelangen werden/ ſo werden ſie nicht ſagen mit David/ wie wir gehoͤret haben/ ſo ſehen wir in der Start unſers Gottes. Plalm. 49. ſondern vielmehr mit der Koͤnigin von Saba/ es iſt uns nicht die helfte geſagt/ du haſt mehr Herꝛlichkeit und Gutes/ den das Geruͤcht iſt/ das wir gehöret haben. 1. Reg. 10.
Und deſſen haben wir uns nicht ſo ſehr zuverwundern/ wan wir mr in reiffe betrachtung ʒiehen wollen/ wie noch viel Dinges beydes in der Natur und Scriptur verborgen ſeye/ davonwir keine vollige Wiſ⸗ ſchafft noch grundlichen verſtand haben toͤnnen Wer kanmirrigent⸗
lich ſagen/ was es fuͤr eine bewantnus habe mit der vereinigungwi
ſchen dem Magnetſtein und dem Eiſen/ oder wie ſolches zu gehe/ daßei⸗ nes Menſchen Seels ſo feſt klebe an eines andern Serle/ wie von Jo⸗ nathan und David zu leſen. 1. Sam. 15. Unterdeſfen ſehen wir das Werck ſelbſt offt und vielmahls geſchehen. Wer kan doch grundlich erforſchen oder mir ſeiner ſpisfundigen vemunfft außgruͤbein das hohe geheimnus der Menſchwerdung Jeſu Chriſti und der Perſoͤnlichen vereinigung beyder ſo gar ungleicher Namrenin Ihm/ da wir doch wiſſen/ daß ein ſolches wunderbares Gnadenwerct uns Glaubigen ʒu gnt warhaftig geſchehen ſey. Das mcht daß ſolche mn


