40 Abdanckung.
daß der in die Erd verſcharrete Leib vermoder/ und zu Aſche werde/ ſind ſie auff die Gedancken gerahren/ es verſtiebe die Sce⸗ le in die duͤnne Lufft/ wie etwa eine lodderende Flam̃e verꝛau⸗ chet; Dahero es dann kommen/ daß ſieden Tod entweder gar zu ſehr gefoͤrchtet/ oder vor garzʒu geringſchaͤtzig gehalten haben. Jenes haben gethan die/ ſo in hohen Wuͤrden/ Reichthum/ und dieſer Welt Wolluͤſten gelebet/ dann weil ſie darfuͤr gehalten/ es
ſey nach dem Tode nichts mehr ʒu hoffen/ und weiil ſie geſehen/
daß endlich alle ihre Herꝛlichkeit hinter ihnen und zu ruͤck bleiben muͤſſe/ haben ſie offt und vielmal weilaͤufftige beſchwerlicheund Klagen uͤber das ſterbliche Weſen angeſtellet.
Dieſes haben gethan andere/ die ſich nemlich in Armuth/ Kranckheit/ und in groſſen Seelen⸗ Beaͤngſtigungen befunden.
Wie ſich dann ſonderlich Epicurus bemůhet hat/ allen ſeinen Lehrlingen dieſen Wahn beyzubringen/ daß der Tod nicht allein das abſcheulichſte unter allen abſcheulichen Dingen nicht
ſey/ und daß er nicht einmal boͤß/ ſondern vielmehr gut
ſch/ darum̃ daß er den Menſchen alles boſen enthebe/ wo⸗ durch das Leben beſchwerlich und ſaur gemacht wird; und hirauß iſt kommen/ daß offt die vornchmſte unter den Heiden/
ihrer Schmertzen und Angſt abzukommen/ ſich ſelbſt den Tod angethan/ und in auſſcrſie Noht ſich geſtuͤrtet haben.
Dieſes iſt der Wahn/ und die Bezeigung bey dem Tode derer/ ſo drauſſen im Heidenthum ſich auffgehalten; aber die/ ſo die Richt⸗Schnur menſchlichen Lebens haben/ von dem Hoͤch⸗ ſien ſelbſt ihnen an die Hand gegchen/ wiſſen vicl beſſer vom Ab⸗ ieben der Frommen zu halten ·
Sie wiſſen daß der Todt ein ſuͤſſer Schlaff ſch Sie wiſſen daß der Tod uns die Thůroffne ʒum ewigen Leben. Sie wiſſen daß nach dem Tode das rechie Leben ſich anfange. Sie wiſſen daß der Lebens⸗ Herꝛ der Frommen Serlein ſeine Ha


