Druckschrift 
Hertzens-Angst, Auß dem XXV. Psalm. v. 16. 17. 18. In gehaltener Trauer- Trost- und Gedächtniß-Predig, Bey Christlicher Leich-Begängniß Der Wol-Edlen, Groß- Ehr- und Tugendreichen Frauen Elisabeth Catharinen Tülßnerin, Geborner Antoniin, Deß Hoch-Edlen, Vest- und Hochgelahrten Herrn Gregorii Tülsneri Der Rechten vornehmen Doctoris, und weitberühmten Professoris, auch Fürstl. Hessen Darmbstadischen wolverdienten Rahts, [et]c. itzo hochbetrübten Wittibers, Liebsten Ehgattens : Als Sie den 6. Junii, Anno 1670. zu Giessen in Christo ihrem Erlöser selig entschlaffen, und folgenden 10. Tag desselben Monats, Christlichem Gebrauch nach, ansehnlich zur Erden bestattet worden / Erklärt in der Pfarr-Kirch daselbsten von Johanne Nicolao Mislero, der H. Schrifft Doctore, Professore, Mit-Predigern und Superintendenten, [Henrico Phasiano, Johannes Weiss, Hartmannus Jacobi, Petrus Haberkorn, Anton. Henricus Möllenbecius, Laurentius Strauß, H.R., Kilianus Rudrauffius, Friedrich Nitzschke, Henricus Petrus Haberkorn, Clas Christoff Lüncker, Johann Philipp Gießwein, Henrich Wilhelm Graßhof, Meno Hannekenius, Ludivig Gottfried Hoffmann, Georgius Hector Mentzerus, Balthasar Mentzerus, Meno Reiche, Viduus, Philippus Ludovicus Hannekenius, Mentzerus Johannes Ludovicus]
Entstehung
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10 Chriſtliche Leichpredigt/ Klag⸗Liedern Jeremiæ/ ſolch Kunſt⸗Stuck gefunden wird/ wormit ſich der Pſalml⸗Tichter als mit einer beſondern in· vention und Art zu ſingen und zu beten beluſtiget/ dem dann auch Sedulius und andre Geſang⸗Tichter gefolget/ entwe⸗ der im Geſang die Melodi darnach zu richten/ oder der Memori dardurch zu helffen/ daß man ſolche geiſtliche Lieder deſio eher ins Gedaͤchtniß bringen koͤnne/ nach den Vrdentlich geſetzten Initial⸗Buchſtaben. Was der heilige Geiſt hierunter geſucht/ auß deſſen Eingeben dieſer Pſalm geſtellet/ iſt eben ſo genau nicht bekant/ auch nicht ʒuwiſſen notig/ wir laſſen es darbey be⸗ wenden/ dz in dem geiſtlichen Alphabeth des 25. Pſalmen in einem jeglichen Vers ſo viel zu finden/ daß wir immer Abecedarii bleiben/ und die Tag unſers Lebens daran werden zu lernen ha⸗ ben/ und doch den tieffen und hohen Verſtand nicht genugſam werden faſſen noch⸗erlernen koͤnnen. Und dahin gehet auchun⸗ ſer vorgenommmne Teyt/ der ſich mit dem P. pench anfaͤhet. Wende dich zu mir/ und brauchet Davidein ſolches Wort/ genommen von einem der ſich hin und wieder wendet/ und das Angeſicht nicht beſtaͤndig zu einem gerichtet hat/ ſondern bald auff und nieder gehet/ bald hin/ bald dorthin ſichet/ ſtellet ſich/ als wann er eines/ den er vor ſich hat/ gar nicht achte/ ſondern einen ſolchen Unmuthauff ihngefaſſet/ daß erauch denſelben kaum vor Augen leiden mochte. Allſo ſtellet ſich der Koͤnig Ahaſveros ungeberdig gegen den ſtoltzen Haman/ als er einen Zorn und Ungenad auff ihngeworffen/ das Buͤchlein Eſther meldet: der Konig ſtund auff vom Mahl in ſeinem Grim̃/ und ging in den Garten am Hauſe. Und Haman ſtund auff/ bat bey Eſther um̃ ſein Leben/ danner ſahe/ daß ihm ſchon ein Un⸗ glůͤck vom Konig bereitet war/ Eſth. 7. v.7. Ein ſolch verſtellt⸗ und grimmiges Angeſicht will David in ſeiner Bitt et