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gen vorgenommen wurden, benannt ist. Sie trägt später nach der Alten und sodann der Neuen Münze des Rates den Namen Münz- straße, nach dem angrenzenden städtischen Marstall ferner die Be- zeichnung Marstallstraße. Von ihr ist zu unterscheiden die soge-
nannte Hintere Marstallstraße, die, noch heute im Stadtgrundriß
ihren Eingang bei dem Hause Marktstraße 5, unweit des Schneider- gildehauses, deutlich verratend, parallel zur Münzstraße in der Richtung auf den Marstall und die jetzige Marstallstraße zu verlief.
Nach Osten zu stößt an den Schuhhof die Hokenstraße, die Ge- werbestraße der Hoken, der Kleinhändier vor allem mit Lebens- mitteln, die auch sonst mehrfach in der Nähe des Marktes bezeugt ist. In ihr stand das der Erhebung der Zölle dienende„Scepelhus“, der Sitz des königlichen Zöllners, mit dem Gefangenenstock im Kel- ler, und— kennzeichnenderweise— das Haus des Henkers, die hengherie. Sie war die älteste Wohn- und Geschäftsstraße der Juden. Rn
Zu den Hoken gehörten ebenfalls die Fischhändler, die„homi- nes pisces et allecia in foro vendentes“, die„allecia lavantes“, in der Hauptsache also die Heringsverkäufer und Heringswäscher, die aber, fließendes Wasser benötigend, wie bereits gestreift, in der Fischemäker(Fischmenger)Straße saßen. Bei der Nachbarschaft der Hoken- und der Fischemäkerstraße, ihrer Lage zueinander und der offensichtlich nicht sehr dichten Bebauung des Zwischengelän- des, die später hier die Anlage des Neumarktes ermöglichte, drängt sich die Annahme auf, daß die beiden Straßen ursprünglich mit- einander in Verbindung standen.
Auf die Bedeutung des Schuhhofes als ältester Marktanlage weist auch die Tatsache hin, daß auf ihm, nicht auf dem Marktplatze vor dem Rathause, noch im späteren Mittelalter der„Quast“ als Zeichen des Marktbeginns aufgesteckt wurde.
Am Schuhhof selbst ist das Gildehaus der Schuhmacher zu suchen, am unteren Ende des Fleischscharrens das erste Gilde-
haus der Kramer, etwas oberhalb davon das der Schmiede und der Fleischer, an dem Schnittpunkt von Markt- und Bergstraße das noch vorhandene Bäckergildehaus, ihm gegenüber an der unteren Marktstraße das jetzt verschwundene Gildehaus der Schneider. Auf dem Schuhhof und der nördlichen Querfront des Rathauses gegenüber lagen die Verkaufsstätten der Schuhmacher und Gerber, in ihrer Nähe wohl die der Oldboter, der Schuhflicker. In östlicher Richtung reihte sich der Fleischscharren(Lange Scharren) mit den


