Bea
Ständen der Fleischer an. Die untere Marktstraße hieß nach den hier befindlichen Buden der Kramer platea cramistarum oder bei
den Kramen. Einen Teil des Marktkirchhofes zu beiden Seiten der Marktkirche nahm der sogenannte Bäckermarkt ein.
Der heutige große Marktplatz hat, wie wir sahen und was zu- nächst befremdet, erst im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit der beschriebenen Änderung in den Gewässerverhältnissen seine jetzige Ausgestaltung erfahren. Seine Entstehung geht zurück auf Auseinandersetzungen innerhalb der Bürgerschaft, die zu einer durchgreifenden Neuordnung der Verfassungsverhältnisse im Jahre 1290 führten. Ihr Ziel war, worauf die Bezeichnung des Marktes als Gemeiner Markt, als forum commune, bei seinem ersten Auftreten im Jahre 1290 hindeutet, einen Platz zu gewinnen, der außer den Inhabern der altprivilegierten Marktbaulichkeiten am Schuhhofe und neben der Marktkirche weiteren Kreisen einen An- teil am Marktverkehr zu verschaffen bezweckte und damit zugleich Aufgaben wirtschaftlicher und politischer Art dienstbar gemacht werden konnte. In Verbindung damit steht der Ausbruch des gro- ßen Hallen- und Mühlenstreites im Jahre 1293, der ausgelöst war durch das Bestreben der Stadt, die Vorzugsstellung der kirchlichen Anstalten in Bezug auf die Kaufhallen am Schuhhof und die Müh- len in Goslar selbst und in seiner Nähe zu brechen und diese für die Stadt lebenswichtigen Einrichtungen in bürgerliche Hand zu bringen.
In dem Gebiet, das von dem sich an den gemeinen Markt an- lehnenden Fleischscharren und der östlichen Längsseite des Schuh- hofes nach Norden zu umschlossen wurde und das sich bis zur ehe- maligen Fenstermäkerstraße zwischen der Mitte der Hoken- und der Fischemäkerstraße erstreckte, begegnet vorübergehend der ebenfalls im Verfolg der Wirtschaftspolitik des Rates zu Beginn des 14. Jahrhunderts ins Leben gerufene Neumarkt, dessen Anlage in derselben Weise bestimmt war, die Vorrechte zu beseitigen, die mit den gewerblichen Baulichkeiten der ältesten Marktanlage am . Schuhhof verknüpft waren. Er wurde durchkreuzt von der Ber- straße, auch ihre Spuren sind noch im Stadtplan der Gegenwart zu verfolgen.
Richten wir von der Marktanlage und ihrer Umgebung aus den Blick nach Süden auf die Wegeverbindungen nach dem Pfalz- und Dombezirk zu, so stoßen wir, im Westen beginnend, zunächst auf ein Gelände, dessen Abgrenzung gegen Pfalz, Marktsiedlung und


