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A. Einleitung.
I. Der Stand der Forschung.
Zu den wichtigsten Aufgaben im Bereich der Goslarschen Ge- schichtsforschung, die noch der Lösung harren, gehört die Be- schreibung und Deutung(des mittelalterlichen Stadtbildes.!) Dabei ist vor allem zu denken an die Entwicklung des Stadtgrundrisses, die Ausgestaltung des Straßen- und Gewässernetzes sowie die Fest- stellung der vorkommenden Straßennamen(Strn.) und ihre Er- klärung. Zwar finden sich zahlreiche Hinweise, die für das Ver- sländnis der räumlichen Entfaltung des Ortes von Belang sind, schon in den älteren Werken aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts von G. F. Mund?) und G. F.E. Crusius?) sowie ineinem Aufsatz von E. Volger*). Sie beschränken sich aber auf Einzelheiten und geben kein geschlossenes Bild der Sachlage. Etwas Ähnliches ist zu sagen von einer jüngeren Arbeit über die Gose und die Abzucht?) von U. Hölscher(d. Ä.) sowie von den Dar- legungen desselben Verfassers in dem Goslar betreffenden Bande der Kunstdenkmäler der Provinz Hannover‘). Und ebenfalls noch nicht voll zu befriedigen vermag der erste Versuch einer zusammen- fassenden Schilderung, der von C. Borchers im Jahre 1919 unternommen wurde.”) Trotz mancher neuer und wertvoller Er- kenntnisse fehlt es bei ihm nicht an Irrtümern und Mißverständ- nissen, auf die ich alsbald in einer eingehenden Besprechung auf-
.merksam gemacht habe.®)
Vieles von denı dabei Gestreiften ist von mir weiter ausgeführt in einer Untersuchung zur Geschichte des Goslarer Domstifts in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts?) und vor allem in einer Schrift aus dem Jahre 1927, die der Verfassungsentwicklung von Goslar galt und die sich eingehender namentlich mit den topo- graphischen Sonderbildungen beschäftigte, aus denen die Stadt Goslar zusammengewachsen ist, und von denen auch Borchers ausgegangen war.!)
Wertvolle Antriebe erhielt die Forschung kurz darauf durch die „Geschichte der Goslarer Wasserwirtschaft“, die wir O. Flachs-


