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Die Goslarer Straßennamen : ein Beitrag zur städtischen Verfassungstopographie des Mittelalters und zur vergleichenden Straßennamensforschung ; mit einem Stadtplan / von Karl Frölich
Entstehung
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bart verdanken.'!) Sie hat mir Veranlassung gegeben, zunächst eine Anzahl von Fragen nochmals aufzurollen, die den Verlauf einer Reihe wichtiger Straßenzüge und Gewässerläufe, die späteren Umsgestaltungen des Straßen- und Gewässernetzes sowie die Schick- sale der Marktanlage in Goslar betrafen.!?) Das hier Gebrachte bildete sodann die Grundlage für umfassende Erörterungen über die Vor- und Frühgeschichte Goslars!?), die ebenfalls an die räumliche Entwicklung des Ortes anknüpften und ihr bisher unberücksichtigt gebliebene Seiten abzugewinnen bemüht waren.

Beachtung verdient schließlich noch die eindrucksvolle Be- schreibung, die U. Hölscher, ein Neffe des früheren Goslarer Stadtarchivars, Prof. Dr. U. Hölscher. von der Goslarer Kaiser- pfalz und ihren Schicksalen entworfen hat.!*) Dagegen bringt wenig Ertrag die letzte Veröffentlichung von P. J. Meier ‚Die Siedlungen und die Verwaltung des Berg- und Hüttenbetriebes von Goslar im Mittelalter, die sich in der Hauptsache darauf be- schränkt, bereits früher aufgestellte und als nicht haltbar erwiesene Behauptungen zu wiederholen."?)

Aus dem Gesagten ergibt sich, daß sich bis in die letzten Jahre.

hinein die Forschung lebhaft den Fragen zugewandt hat, die mit dem Raumbilde und den Straßennamen Goslars zusammenhängen, und daß dabei bedeutsame Einsichten erzielt sind. Trotzdem gehen in mehr als einer Hinsicht bis heute die Ansichten auseinander, klaffen Lücken, die es auszufüllen gilt, kommt es darauf an, die Forschung über das bereits Gefundene hinaus fortzuführen und das Dunkel zu lichten, das nach wie vor über manchen Er- scheinungen des Stadtbildes von Goslar in der Vergangenheit ruht. Dazu aber bieten sich Wege dar, die noch nicht beschritten sind, und Handhaben, von denen noch kein oder wenigstens kein aus- reichender Gebrauch gemacht ist. So ergeben sich neue Aufgaben und Ziele, denen zunächst eine kurze Betrachtung gewidmet wer- den soll. Sie betreffen zum Teil den zur Verfügung stehenden Quel- lenstoff, zum Teil die Art und Weise seiner Auswertung, also die Methodik des Vorgehens.

II. Ziel und Plan der Darstellung. a) Quellenbenutzung.

Wenn die Ergebnisse der früheren Untersuchungen nicht durchweg befriedigen, so trägt die Schuld daran zunächst der Um-