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zeigt ebenfalls, daß bei ihm ein Bruch in der Straßenführung vor- liegt, und mit-hagen gebildete Straßennamen kommen auch sonst häufiger als Abschluß eines Stadtteiles vor.
Der Klapperhagen, der in ähnlicher Weise in Hildesheim be- zeugt ist, könnte benannt sein nach einem in der Nähe belegenen Aussätzigenhospital, dessen Insassen gehalten waren, sich auf der Siraße von weitem durch den Gebrauch einer Klapper kenntlich zu machen.°*) Unwahrscheinlich ist dagegen, daß eine Verbindung besteht mit einem gegen Ende des 13. Jahrhunderts erwähnten Hausnamen Quepperling, den man später im Volksmunde in „Klapperhagen“ umgedeutet habe. In seiner Nachbarschaft möchte ich den nur in einer Urkunde genannten Bedelerhagen vermuten, für den allerdings genauere Ortsangaben fehlen.,
Die Straße nach dem Kramerturm entspricht der späteren Straße„Hinter dem Münster“, sie fällt mit der heutigen Wallstraße zusammen. An ihrem südiicbe Ende befand sich der der Kramer- gilde zur Verteidigung überwiesene Kramerturm. Die Straße er- scheint deshalb zuweilen auch als Kramerstraße.
Am meisten Beachtung beansprucht von den Straßen im Pfalz- bezirk die Straße nach dem Münster, die spätere Münsterstraße, die von der Wortbrücke aus auf das Münster zu führt und die sich mit der heutigen Königstraße deckt. Der Name Königstraße an dieser Stelle ist jung, er ist erst etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts belegt. Namengebend hat die Tatsache gewirkt, daß im Eingang der Straße das Haus eines Bürgers H. F. König lag. Als Königstraße begegnet sonst der Hohe Weg und zwar mehrfach in seiner vollen Erstreckung bis zur Marktkirche hin, ein Sachverhalt, der auf die frühere Aufgabe des Straßenzuges als der Hauptzufahrtsstrecke zur Pfalz hinweist. Die hier die Abzucht überspannende Brücke wurde demgemäß als„pons regis‘“, als Königsbrücke, ihre Nachbarschaft, zuweilen auch der gesamte obere Teil des Hohen Weges, als„An der Königsbrücke‘ bezeichnet.
Die jetzige Königstraße trägt im Mittelalter die auf einen Per- sonennamen zurückgehende Bezeichnung ‚„Simelingstraße“. Nach ihr wird die Wortmühle Simelingemühle, die Brücke bei ihr Sime- lingebrücke genannt. An, diese Örtlichkeiten ist jedenfalls auch zu denken, wenn bereits im Jahre 1233 von einem Rudolfus de Sime- ringebruke, um das Jahr 1247 von einer Simulstrate, und zu Beginn des 15. Jahrhunderts von Häusern„apud pontem Symeonis‘ die Rede ist.


