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nen sog.„kleinen Vogtei“, der„Vogtei jenseits des Wassers“, d. h. der Abzucht an, die über die Stadtmauer nach dem Rammelsberge zu hinausgriff. Ihre Gerichtsstätte befand sich auf dem ‚Hofe’”, dem bei der Johanniskirche im Bergdorf gelegenen Dikhofe, dem Stammsitz der freien oder reichsdienstmännischen Familie von dem Dike, die im Bergwesen einen wichtigen Platz behauptete. Demgegenüber unterstand der Bereich links des Flusses nach wie vor dem großen Vogt, d. h. dem alten, seit dem Jahr 1290 in Ab- hängigkeit von der Stadt geratenen Reichsvogt. Erst gegen die Mitte des 14. Jahrhunderts ist es dem Rate gelungen, die Schranke, die sich in Gestalt der kleinen Vogtei seinem Vordringen gegen den Rammelsberg in den Weg stellte, niederzureißen, die kleine Vogtei zu erwerben, sowie nach und nach das Bergdorf und den Rammels- berg selbst seinem Einfluß zu unterwerfen.
In Verknüpfung mit dieser Entwicklung vollziehen sich um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert, in ihren ersten Ansätzen wohl noch etwas eher, tiefgreifende Änderungen topographischer Art, die für den weiteren Ausbau des Gewässer- und Straßennetzes bedeutsam wurden. Die Gose, die anfänglich in dem heutigen Bette der Abzucht, der tiefsten Senke des Tales folgend, Goslar durch- strömte, wurde in ihrem Oberlaufe zum Teil abgefangen und in einem künstlichen Gerenne dem Frankenberge zugeführt, um auf diese Weise der Verteidigung der Stadt und ihrer Wasserversor- gung nutzbar gemacht zu werden. Daher spaltete sich jetzt die Gose innerhalb der Stadt in einen östlichen und einen westlichen Arm, von denen der erstere, der in einer Urkunde aus dem Jahre 1284 als „Ostergose‘‘ begegnet, sich im wesentlichen mit dem alten Goselauf gedeckt haben dürfte. Von dem anderen Gosearm, einer Westgose, ist in schriftlichen Aufzeichnungen nicht die Rede. Wir sind aber in der Lage, den Lauf der Westgose zu erschließen. Er folgte als eigentlicher„Stadtbach“ einem später verschwundenen Straßen- zuge, der als Vogt-Konradstraße, aber auch als Voststraße und unter anderen Teilbenennungen vom Frankenberge her zwischen Berg- und Frankenbergerstraße, die Forst-, Schreiber-, Bulken- und Marktstraße kreuzend, der Umgebung des Marstalls und des Schuh- hofes zustrebte. Er erreichte alsdann über die Hokenstraße, in der sich eine Badstube des Klosters Neuwerk befand, durch einen nicht mehr vorhandenen Wegezug, die nach einem Anwohner benannte Fenstermäkerstraße, den bis heute noch so bezeichneten Gose- winkel und nahm nach einer bis zum 17. Jahrhundert lebendigen


