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Die Goslarer Straßennamen : ein Beitrag zur städtischen Verfassungstopographie des Mittelalters und zur vergleichenden Straßennamensforschung ; mit einem Stadtplan / von Karl Frölich
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90%:

verdienen für uns vorwiegend Beachtung einige Untersuchungen, die sich auf die Strn. von Halberstadt,*) Quedlinburg??), Soest°®) und Lüneburg?) beziehen.

B. Die Straßennamen der Stadt Goslar in räumlicher Aufgliederung.

I. Vorbemerkungen.

Wenn wir die Straßen und Gassen der alten Kaiserstadt Goslar durchwandern, fällt unser Auge immer wieder auf die Schilder, die die Bezeichnungen für diese Wegeverbindungen tragen. Neben ver- einzelten Namen, die ihre neuzeitliche Herkunft ohne weiteres ver- raten, wie es etwa bis vor kurzem bei der Bahnhofstraße zu beob- achten war, stoßen wir in der übergroßen Zahl der Fälle auf An- gaben, die für sich allein oder doch in Verbindung mit erhaltenen Nachrichten auf die Vergangenheit verweisen. Zum Teil sind es Be- zeichnungen, die leicht zu deuten sind, wie Breite Straße, Markt- straße, Berg- oder Frankenberger Straße. Zum Teil aber steht der Betrachter vor Namen, die er nicht zu erklären vermag, und die, wie gleich hier bemerkt werden soll, selbst dem geschichts- und sprachkundigen Leser erhebliche Schwierigkeiten bereiten.

Treten wir jetzt abermals an die Aufgabe heran, einen Überblick über das Stadtbild und die Straßennamen Goslars im Mittelalter zu bieten, so müssen allerdings vorweg einige Vorbehalte gemacht werden. Wir beschränken uns bei unseren Darlegungen in der Hauptsache auf den alten Stadtkern, der noch weitgehend die Erin- nerung an die Vergangenheit bewahrt, es bleiben somit die jün- geren, meist kein besonderes geschichtliches Interesse weckenden Stadtteile vor der Umwallung außer Betracht. Einbegriffen sind nur zwei Außenbezirke, die in der Verfassungsgeschichte der Stadt eine wichtige Rolle gespielt haben, nämlich das Bergdorf am Fuße des Rammelsberges sowie das Gebiet der Reperstraße im Norden der Stadt in der Umgebung des Heiligen Grabes.

Aber auch im Bereich der Altstadt können wir nicht alles mit berücksichtigen, was an sich in diesen Umkreis gehören würde. Es bleiben für den Regelfall bei Seite die Tore und Türme, die Mauern und Wälle, die eine eigene Behandlung im Zusammenhang mit der Ausbildung des Wehrwesens der Stadt in der Vergangen- heit erfordern. Wir übergehen ferner die Schicksale einzelner Häu-