Druckschrift 
Die Goslarer Straßennamen : ein Beitrag zur städtischen Verfassungstopographie des Mittelalters und zur vergleichenden Straßennamensforschung ; mit einem Stadtplan / von Karl Frölich
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen

lar angehört. Ein zweiter, entsprechend verkleinerter, aus demselben Jahre stammender Grundriß, der von E. Völker gezeichnet und in das Rißarchiv des Oberbergamts Clausthal gelangt war, ist jetzt dort nicht mehr aufzufinden.

Von den genannten Plänen, die sämtlich übereinstimmende Häu- sernummern tragen, erfordert am meisten Beachtung der Wolfen- bütteler Plan, der diesem Hefte in einem Abzuge als Anlage beigefügt ist. Anscheinend steht er in Verbindung mit der Absicht der Anfer- tigung eines neuen Brandkatasters für Goslar, die sich als erforder- lich erwies, da die Stadt aus der Braunschweigischen Landesbrand- versicherungsanstalt, der sie seit dem Jahre 1769 angehört hatte. nach dem großen Brande von 1780 wieder ausgeschieden war.*?) Grundsätzlich wurde dabei wohl Anlehnung an das seinerzeit im Zusammenwirken mit den Braunschweigischen Behörden aufge- stellte Brandkataster des Wolfenbütteler Archivs von 1770 gesucht, seine Häusernummern decken sich weitgehend mit ihm. Es be- stehen aber auch kennzeichnende Abweichungen, die sich erklären dürften aus der Tatsache, daß infolge der Vernichtung einer gTö- ßeren Anzahl von Häusern durch den Brand sowie durch Änderun- gen beim Wiederaufbau eine Reihe von Gebäuden abweichend be- zeichnet worden ist. Seine endgültige Gestalt kann aber auch dieser Plan nicht vor dem Jahre 1803 erhalten haben, wie aus den darauf gesetzten Angaben über die erst damals errichtete Prediger-Woh- nung der katholischen Gemeinde erhellt.*%) Bei der altertümlich anmutenden Art der Ausführung des Planes, über dessen Zweck- bestimmung nichts Näheres zu ermitteln war, erscheint es jedoch nicht undenkbar, daß der Plan als solcher schon etwas früher her- gestellt worden ist.?) Immerhin kann es sich dabei nur um eine nicht sehr weit zurückliegende Zeichnung handeln, da nach dem Plan die Lücken, die der Brand von 1780 verursacht hatte, wieder zugebaut sind. Dieser Plan dürfte als Vorbild für den Thieler- schen Plan gedient haben, der wieder die Grundlage für die von Hering und Völker bewirkten Umzeichnungen abgegeben hat.

c) Schrifttum.

Aus dem Schrifttum fallen namentlich auf der einen Seite die Goslar selbst betreffenden wichtigeren Verlautbarungen, die dem dortigen Stadibilde gelten, ins Gewicht, auf der anderen Seite die Arbeiten, die sonst im Rahmen der Strn.-Forschung erwachsen sind und die ebenfalls für Goslar Erträge abwerfen.