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ferner werden die Aufgaben umrissen, die im Umkreise der deut- schen Strn.-Forschung noch zu bewältigen sind. Gefordert wird für alle Städte, die bis jetzt damit im Rückstand sind, eine Beschäfti- gung mit der Herkunft ihrer Straßennamen und deren Verzeich- nung. Gleichzeitig wird die Schaffung einer möglichst vollständigen Bibliographie der Strn.-Forschung angeregt. Damit soll die Grund- lage gewonnen werden für die Erreichung weitergehender, über den Rahmen der einzelnen Gemeinwesen hinausgreifender Ziele.
Ein Anlauf nach dieser Seite hin wird besonders erwähnt. Es dreht sich dabei um einen„Versuch im Großen, eine Anzahl von Städten hinsichtlich ihrer Strn. vergleichend zu betrachten und so die Forschung auf eine breitere Grundlage zu stellen, damit aber zu gesicherten, allgemeingültigen Ergebnissen zu gelangen”. Das ist nämlich der Leitgedanke eines Aufsatzes von P. Feit über„Ver- gleichende Straßennamenforschung. Mit Ausblicken auf die Sitten- geschichte Breslaus und anderer Städte’!?). Indem Feit die Bres- lauer Badstuben und Frauenhäuser zum Ausgangspunkt nahm und sie Ähnlichen Einrichtungen in einer größeren Zahl sonstiger Städte des Mittelalters gegenüberstellte, gelang es ihm, Berührungen auf- zudecken, die in der Namengebung der Straßen zum Ausdruck kommen, und damit für eine Gruppe von Wegebezeichnungen Auf- schlüsse zu erzielen, die ebenfalls für die bei Feit nicht berück- sichtigten Orte von Belang sind. Hierbei spielen Straßennamen eine Rolle wie Frauen-, Huren-, Kronen-, Rosen-, Büttel- und Peter- silienstraße, ferner Ketzerberg, Ketzergäßchen u. ä.. Sperlingsberge und Sperlingsgassen sowie eine Reihe weiterer Strn. von mehr oder minder derber und drastischer Beschaffenheit. Bei den auch sonst schon häufiger behandelten Rosenstraßen und Rosengassen, denen meist ein entsprechender Sinn unterlegt wird, denkt Feit aller- dings vorwiegend an eine Verbindung mit den Roßgärten, die der Pferdeweide dienten, und nicht an eine anstößige Bedeutung.?®). Und für die mit Katt- zusammengesetzten Namen sind gegen die in erster Linie kulturgeschichtlich ausgerichteten Darlegungen Feits Bedenken geäußert worden von H. Tardel, der unter stärkerer Hervorhebung sprachlicher Gesichtspunkte im Zusammenhang mit der Bodenkultur, insbesondere der Flachsbearbeitung, weiter zu kommen bemüht ist.??)
In den Bahnen einer vergleichenden Betrachtungsweise be- wegen sich sodann noch eine Untersuchung von A. Hoffmann „Die typischen Straßennamen im Mittelalter unter besonderer Be-


