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Die Goslarer Straßennamen : ein Beitrag zur städtischen Verfassungstopographie des Mittelalters und zur vergleichenden Straßennamensforschung ; mit einem Stadtplan / von Karl Frölich
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der Raumausnutzung, die Art der Aufteilung der Grundstücke und ihre Besetzung mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, die einen Einfluß auf die Führung der Straßenzüge ausgeübt und für Um- benennungen den Anstoß geboten haben.') Zwar liegen bis jetzt nicht allzuviele Untersuchungen über diesen Gegenstand vor. Aber ich möchte annehmen, daß sich hier ein Aufgabenkreis eröffnet, von dem die Strn.-Forschung noch manches zu erwarten hat. Wir werden mehrfach Anlaß haben, bei unseren Darlegungen über Goslar auf Beobachtungen hinzuweisen, die die Bedeutung der Er- schließung verfassungstopographischer Zusammenhänge der er- wähnten Beschaffenheit und der Beziehungen zwischen Stadt- grundriß- und Stadtaufrißgestaltung auch für unsere Zwecke ein- leuchtend zu machen vermögen.

c) Heranziehung der vergleichenden Straßen- namenforschung.

Drehte es sich in den soeben besprochenen Fällen um Möglich- keiten, durch eine stärkere Ausschöpfung des überlieferten Quellen- stoffes und durch ein Zurückgreifen auf die Erkenntnisse der städ- tischen Verfassungstopographie Einblicke in das Werden des Gos- larer Straßennetzes und die Herkunft der auftretenden Straßen- bezeichnungen zu gewinnen, so ergibf sich eine fernere Handhabe zu tieferem Eindringen, wenn wir die Arbeitsweise der neueren Strn.-Forschung ins Auge fassen und sie für die Aufklärung der Verhältnisse in Goslar auszunutzen versuchen. Dabei fallen na- mentlich ins Gewicht die Fortschritte, die mit Hilfe der verglei- chenden Strn.-Forschung gewonnen sind, obwohl ein völlig befrie- digender Zustand hier noch nicht erreicht ist.

Näheres hierüber erhellt wohl am besten aus der aufschluß- reichen und fördernden Übersicht, die vor einiger Zeit Hans Be- schornerin seiner Abhandlung ‚Altes und Neues zur Geschichte der städtischen Straßennamen im deutschen Sprachgebiet!®) ge- bracht hat. In ihr wird nicht nur eine sich bis zum Jahre 1924 er- streckende umfangreiche, allerdings, wie Beschornef selbst betont, keineswegs erschöpfende Zusammenstellung der all- gemeinen Arbeiten zur Straßennamen-Forschung sowie des Schrifttums über die Straßennamen einzelner. Gemeinwesen gegeben. Es wird vielmehr in einer in der Hauptsache noch heute zutreffenden Form auch die Geschichte der Strn.-For- schung verfolgt und die Methode ihres Vorgehens geschildert. Und