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Urkundliche Belege für die von den herzoglichen Förstern geübte Gerichtsbarkeit in der Waldmark finden sich in größerer Zahl. So wird schon im Jahre 1287 in dem westlichen Teile des Harzes zwischen Oder und Sieber Lippold von Hedereshusen, Vogt zu Seesen, als„judex et vorstmester“ des Herzogs Heinrich von Braunschweig genannt!). Ein in Gegenwart dieses Herzogs selbst an der Gerichtsstätte bei Zellerfeld gehegtes Forstding er- wähnt eine Urkunde aus dem Jahre 1290, nach welcher der herzog- liche Förster Henrek von der Langhele eine unweit von Goslar belegene Schiefersteinsgrube, die sogenannte Dikgrube, auf Ge- heiß des Herzogs dem Goslarer Bürger Cord Meise geeignet hat?). Auch in den Urkunden vom 26. IX. 1317, 4/14. V. 1321 und 17. III. 1322°) wird der Tätigkeit der braunschweigischen Förster als Richter in den Forstdingen gedacht. Die erste der Urkunden betrifft eine Verhandlung, die an der Gerichtsstätte vor dem Hain- holze oberhalb Goslars stattfand, während die Urkunde vom 4/14. V. 1321 ersehen läßt, daß hier der braunschweigische und der hildesheimische Förster zusammenwirkten, wahrscheinlich weil in diesem Falle die zu verlassenden Grundstücke nicht nur in dem braunschweigischen, sondern auch in dem hildesheimischen Territorium befindlich waren. Die Eigenschaft des Forstdinges als eines braunschweigischen Gerichtes ergibt sich auch aus der oben bereits eingehend besprochenen Urkunde vom 1. XI. 1372%), sie ist ferner belegt für das Jahr 1395, da noch in diesem Jahre bei einer Verhandlung über die Hüttenstätte zur Gowische in der Nähe von Goslar und deren Zubehörungen das Forstgericht dem Herzog Otto von Braunschweig zusteht°).
heghen vnn sitten vor des rikes pelentze to gosler. Dat andere vor der vedrift bouen gosler dat is vor deme heynholte bouen der stad vor sente nycolaus dore. Dat dridde to sente mathiase to der tzelle twisschen gosler vnn osterode. To dessen tiden scal de vorstere to rechte vp der vorster- houe des nachtes gewesen hebben alse he dat vorstan wille mit sineme rechte.“ Wegen der echten Forstdinge s. auch Weiland, Gött. gel. Anzeigen 1893 S. 331.
1) U.B. HM 352.
2). U. B. II 393.
3) U.B. III 449, 560, 597.
#) S. oben S. 137.f..
5) Bode H.Z. 1894 S. 95.


