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Die Gerichtsverfassung von Goslar im Mittelalter / von Karl Frölich
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in ihrem Gange während beinahe zweier Jahrhunderte bis hierher verfolgt haben.

Wie schon bemerkt wurde, lassen die Urkunden bis zum Ende des 14. Jahrhunderts nicht den geringsten Zweifel darüber, daß bis dahin die Herzöge von Braunschweig noch die Herren des größten Teiles der Waldmark waren. Nur als ein Ausfluß dieser Stellung, auf der bereits der Erlaß der Bergordnung Herzog Albrechts im Jahre 1271 beruhte, kann es angesehen werden, wenn die Herzöge im Jahre 1323 der Waldmark ihren besonderen Schutz zusichern!), 1338 der Stadt Goslar die Anlegung von Landwehrenin deme Harthe unde wor ed use gherichte rord unde antrid gestatten?2) und endlich 1355 die alten Rechte und Freiheiten der Rammelsberger Bergleute bestätigen?).. Noch in den Jahren 1393 und 1395 kann die Stadt nicht umhin, sich das Recht, in ihren eigenen Waldungen Tannen und Maßholdernholz zu hauen, von den Herzögen zu Braunschweig besonders aus- zuwirken, doch wohl nur aus dem Grunde, weil den Herzögen als den Landesherren in der Waldmark das Recht hierzu an sich vorbehalten war®). Vor allem zeigt sich die Landeshoheit der Herzöge von Braunschweig aber darin, daß sie es sind, in deren Hand die Gerichtsbarkeit über diesen Bezirk liegt. Sie lassen dieselbe durch ihre Förster versehen, von denen auch die drei jährlich vorgeschriebenen echten Forstdinge an den alten, schon in der Bergordnung Herzog Albrechts genannten Gerichtsstätten gehalten werden).

DAU2 BE I1I2650:

SUR BB. 1V760:

3) U.B. IV 522, 523. Die Bedeutung der vorstehend erwähnten Ur- kunden ist ausführlich besprochen von Bode in der Einleitung zum Goslarer Urkundenbuche. Vel. U.B. II S.6£., III S.XX, IV S. XVII, XIX. Vgl. ferner Schmidt-Phiseldeck 8. 14f..

4) Schmidt-Phiseldeck 8.17, 18 und die Urkunden IV und V S. 57, 58 daselbst, Bode H.7. 1894 S. 95. Schon in Art. 211 des Berg- rechts wird aufsunderlike privilegia van den vorsten des vorstes Bezug genommen, die dem Rat und den Bürgern von Goslar in Ansehung des Hauens von Tannen und Maßholdernholz in der Waldmark zustehen.

5) Vgl. auch Art. 180 der Bergordnung:Dre echte vorstding scal men drie in deme iare heghen to rechte. vnn dar seullet de sesman to rechte to komen. eder ore kumpenye to senden. Der dryer scal me en