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Die Gerichtsverfassung von Goslar im Mittelalter / von Karl Frölich
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Das Bergrecht ergibt aber zugleich, daß eine scharfe Scheidung zwischen dem Berggericht und den Stadtgerichten in Ansehung der Zuständigkeit nicht mehr besteht. Einmal beweist nämlich Art. 117 des Bergrechts'), daß für Friedbrüche von be- stimmter Art Berg und Stadt gewissermaßen als ein einheitlicher Gerichtsbezirk betrachtet wurden. Sodann ist eine gemischte Zu- ständigkeit in einer großen Anzahl von Fällen vorgesehen, in denen es in das Belieben des Klägers gestellt war, ob er sich an das Berggericht wenden oder in der Stadt sein Recht suchen wollte?). Für gewisse Materien endlich wird, wie der schon früher angeführte?) Art. 34 des Bergrechts zeigt, einfach auf das Stadt- recht verwiesen.

Außer dem hauptsächlich für die richterlichen Geschäfte im Berggericht in Betracht kommenden Bergmeister werden in den Berggesetzen noch verschiedene andere Beamte als Hilfsorgane der Sechsmannen genannt, nämlich der Bergschreiber, der Fronknecht oder Bergknecht, die Feuerhüter und endlich die Fronboten, deren Amt häufig mit dem des Bergschreibers in derselben Person vereinigt gewesen zu sein scheint*). Diese Beamten werden vor- wiegend für die Zwecke der Verwaltung des Bergbaus tätig?), haben aber auch zum Teil mit dem Berggericht zusammenhängende Verrichtungen wahrzunehmen. Dem Bergschreiber und ebenso

1)„We den anderen anverdighet mit vredebrake in sinen berchklederen. dar he mede in de grouen veret. de en heft nenne vrede. nerghen binnen des berghes richte. vnn ok in der stat.“

2) Vgl. Art. 17:„Auer sunderlike stucke sint. dar malk den andern mach vmme sculdigen beyde in der stad gerichte vnn ok vp dem berge. dat is vmme kost von delen to den grouen. de malk mit dem anderen to- samene gerekent heft. vnn vmme kostgheld. dat en mit dem andern in kost gewesen heft vnn mit ome geghetten vnn gedrunken heft. vnn ok we dem andern vp dem berge sine kost eder sin ber to borghe leghen heft. vnn dar to malk vmme sin verdende lon. Vordmer vmme tyns van delen eder cameren. vn vmme scult de en vor den anderen vigegeuen heft to borghe toge dar he vor one gelouet hadde.“ Vgl. ferner Art. 145, 158, 160, 206.

3) S. oben S. 57 Anm. 1.

4) S. Art. 56, 57 des Bergrechts.

5) Vgl. wegen ihres Geschäftsbereichs im allgemeinen Meyer, Hereyn. Archiv 8.199 f£., Neuburg S.328f.. Die Zuständigkeit dieser Beamten ergibt sich insbesondere aus den dem Bergrecht angehängten Eidesformeln für sie(vgl. Art. 196 f.).