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daneben eine schmale Thür und Treppe c zu einem Gewölbe im untersten Theile des Thurmes geleitete. Durch eine dritte Thür nebst Treppe d, gelangte man abwärts zu den Keller ce, über welchem sich der Küchen- keller e’, befand. Eine jetzt vermauerte Thür g scheint in einen Raum unterhalb der Terrasse an der Nordseite geführt zu haben. Gerade dem Haupteingang a der Halle gegenüber gelangte man durch die breite Thüre e in den schön gewölbten Raum B, dem Männerzimmer, d. i. den Versammlungsraum der männlichen Bewohner, wenn sie nicht mit solchen Arbeiten beschäftigt waren, welche nur in der Halle A vorgenommen werden konnten. Die Halle selbst scheint nicht heiz- bar gewesen zu sein, wohl aber das Zimmer B, worin sich bei f die Reste eines Camins erkennen lassen; überhaupt war dieses Zimmer recht wohnlich eingerichtet, wofür die Nischen in den Mauern und die Ver- bindung mit der Küche durch die Thür i sprechen.
Noch ist in der Halle A das schmale Fenster, h, zu bemerken, welches als Lugloch und zugleich als Schiessscharte dienen konnte.
Fig. 2. Grundriss des ersten Stocks der Unterburg.
Der Aufgang aus dem Erdgeschoss zum obern Stock geschah nur durch die grosse Wendeltreppe E im Mittelthurm, ausserdem aber konnte man von der Nordseite her gleicher Erde in dieses Hauptgeschoss durch die Thür, k, gelangen.
Wie aus diesem Grundrisse ersichtlich, in welchem die nicht mehr vorhandenen frühern Fachwerkswände durch punktirte Linien angegeben sind, trat man zuerst in einen durch die ganze Tiefe des Gebäudes reichenden Vorplatz, H, der sein Licht theils durch ein Fenster an der Nordseite, theils von dem Treppenthurme aus und durch ein schmales Fenster neben demselben erhielt. Auf diesen geräumigen Vorplatz mündeten die Eingänge: m der Küche, F, der Kemenate@ und der beiden Zimmer H und I.— Die Küche F lag so an der Nord- und Westseite sehr zweckmässig und leicht zugänglich, hatte an der Westseite den Heerd nebst Camin und eine schmale Treppe nach dem unter ihr ge- legenen Küchenkeller e’.— Ob aus ihr eine Thür direct in die Keme- nate G& führte, oder ob das kleine Schiebfenster q allein dazu diente Speisen und Speisegeräthe in das Wohnzimmer zu reichen, lässt sich nicht mehr ermitteln; wahrscheinlich jedoch diente der lange Vorplatz H, wenigstens im Sommer, auch als Speisesaal.


