=:
s a
gestorben. Am 15. Januar 1616 wurde hierauf das Besitzergreifungs- Protokoll„zu Staufenberg in Rolzhausischer adelicher Behausung in der gewöhnlichen unteren Vorderstuben“ durch den Stadtschultheiss von Giessen, wegen Absterbens Christophs von Rolzhausen für dessen Wittwe und zwei Söhne, Marselius und Otto, Reiner aufgenommen. 1628 erschei- nen dann„Roltzhausische Verwalter“ in Staufenberg und scheinen die Besitzer von da an nur selten nach der Burg gekommen zu sein.
Eine Uebersicht über die weite Ausbreitung der von Rolshausen im Laufe des 17., 18. und 19. Jahrhunderts hat Günther(Bilder aus der hessischen Vorzeit, Seite 382 und 378—381) gegeben.
Für die Geschichte der Unterburg ergiebt sich aber daraus wenig nur dass 1634 ein Johann Wolff v. Weitolshausen Commandant und Amtmann in Giessen, Teutsch-Ordensritter, fürstl. hess. Darmst. Rath und Obristlieutenant war und sich mit Catharina v. Roltzhausen, Tochter des Johann Caspar v. Roltzhausen und der Cathrina von Nordeck zu der Rabenau verheirathete.— Nachdem aber 1670 der oben(S. 59) erwähnte Otto v. Roltzhausen, königl. schwedischer Oberst zu Ross sein Lehngut Friedelhausen veräussert hatte, wurde auch bald die Unterburg: Staufenberg veräussert und kam in den Besitz der Freiherrn von Grass. Es erwarb nämlich ein Johann Esaias Fabricius, Reichsritterschafts- Rath und Licentiat 1677 das Lehen Grass von Philipp Rudolph und Otto Rudolph von Rau zu Holzhausen. Die Familie von Grass bewohnte dann theilweise die Unterburg und Heinrich Ernst von Grass nannte sich von Grass zu Staufenberg. Das Wappen ist dasselbe wie jenes der Fabricius zu Grossenlinden.
Indessen trat schon um 1780 ein in Ruhestand versetzter Pfarrer Busch aus Brandoberndorf in den Besitz der Unterburg. Dieser starb 1801 und seine Erben verkauften sie für 900 fl. an einen kurhessischen Oekonomen Keil auf der Fortbach zum Abruch, weil sich in den Kriegs- zeiten kein: weiterer Käufer fand und die FEigenthümer kein todtes Capital besitzen wollten, für welches Unterhaltungskosten aufzuwenden, eine Last war.
So wurde die Unterburg zur Ruine gemacht;”*) Auch die Treppen- stufen des Mittelthurms wurden herausgebrochen und theilweise zu einer Treppe in dem Entbindungshause zu Giessen verwendet.
*) Das Dach soll theilweise mit Blei gedeckt gewesen sein, namentlich der Lauf hinter den Zinnen. Der Verkauf dieser Bleitafeln soll mehr als jene 900 fl. ein- gebracht haben.


