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Geschichte der großherzoglich hessischen Stadt Staufenberg und ihrer beiden Burgen : Festschrift sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein Ludewig IV zum 25. August 1883 gewidmet von Rektor und Senat der Landesuniversität / nach den Quellen bearbeitet von Josef Maria Hugo von Ritgen
Entstehung
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Stafenberg in Majo. feindlich angegangen, das fürstliche Haus unter- miniret Undt sambt dem Thurm den 27. ejusdem Maji, war festum As- censionis, gantz Uebernhaufen geworfen Undt eingeäschert worden; welcher anhaltenden Unruhe halben dass Jahres Ueber mehrentheil wie- derumb flüchtig und alın Senior Conventes, Kirchengang und Vielem Guten wir verhindert worden.

So war also die Oberburg Staufenberg für immer zerstört worden!

Warum aber entgingen die Unterburg und Friedelhausen damals dem gleichen Schicksale? Diese Frage liegt so nahe und doch hat sie bisher noch Niemand aufgeworfen und noch weniger beantwortet. Auch der Verfasser kann dieses nicht mit Sicherheit, doch scheint ihm fol- gende Vermuthung nicht unbegründet:

Wie Seite 42 nachgewiesen wurde, waren Friedrich I von Rols- hausen und seine Gemahlin Anna von Rau 1517 die Erbauer der Unter- burg. Beide hatten drei Söhne: Wilhelm starb ohne Nachkommen, Hans und Edelinde v. Rau hatten zwar einen Sohn Christoph, doch starb dieser 1587 ohne männliche Nachkommen; der jüngste Sohn Christoph aber, dessen Gemahlin unbekannt ist, hatte einen Sohn Christoph, wel- cher jülichscher Rath wurde und in zweiter Ehe mit Catharina von Paland verheirathet war. Dieser beiden ältester Sohn Otto Reinhard starb 1622, hinterliess aber von seiner Gemahlin Catharina von Esch und Biechburg einen Sohn Ignaz, welcher mit seiner Gattin Maria Fran- cisca von Hochstetten Besitzer der Unterburg Staufenburg wurde.

Ferner: war Johann, der zweite Sohn Friedrichs II von Rolshausen, Commandant der Festung Kassel, mit Walburgis von Hayn vermählt. Diese hatten einen Sohn Wilhelm Moritz, der sich in Schweden nieder- liess und dessen ältester Sohn Otto königlich schwedischer Oberst zu Ross wurde. Dieser nannte sich Otto von Rolshausen, von Freuden- hausen und Plantzen und von ihm ist ein Schreiben vom 18. Mai 1670 erhalten, worin er den Landgrafen Ludwig VI von Hessen-Darmstadt bittet, ihm zu erlauben, seine Lehen veräussern zu dürfen, da er in Schweden verheirathet sei, und auch sein Lehngut Friedelnhausen an den hannöverschen Landdrost v. Oynhausen veräussern wolle. Es ist nun wahrscheinlich, dass sich dieser Otto schon im Jahre 1647 als Offi- zier bei der schwedischen Armee in Deutschland befunden hat und dass er dann allen Grund hatte, nicht nur seine Besitzung Friedelhausen, sondern auch die Besitzung seines Vetters Ignaz v. Rolshausen, die Unter-

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