Druckschrift 
Geschichte der großherzoglich hessischen Stadt Staufenberg und ihrer beiden Burgen : Festschrift sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein Ludewig IV zum 25. August 1883 gewidmet von Rektor und Senat der Landesuniversität / nach den Quellen bearbeitet von Josef Maria Hugo von Ritgen
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen

ae. oe

Im December 1621 hatte der Herzog Christian v. Braunschweig die Amöneburg erobert und wollte mit seinem Heer den Durchzug von Westfalen nach dem Main und der Pfalz erzwingen. Dadurch war Giessen schwer bedroht. Schon hatte der damalige Rektor der Univer- sität, Winkelmann, die Studenten unter einer Fahne mit der Aufschrift: Literis et armis ad utrumque parati gesammelt, um die Stadt ver- theidigen zu helfen; allein der Herzog wurde von den mit spanischen und bayerischen Truppen vereinigten Hessen zwischen Altenbuseck und Grossenbuseck geschlagen, und dadurch für einige Jahre Ruhe gewon- nen, doch dauerten die Streitigkeiten zwischen Hessen-Kassel und Hessen- Darmstadt fort und schon hatten 1643 die Verhandlungen des Friedens- congresses in Osnabrück begonnen, als die Franzosen unter Turenne und Cond& siegreich vorrückten. Da erhob Hessen-Cassel aufs Neue seine Ansprüche an die Marburger Erbschaft und auch die Grafen von Isenburg wollten ihr Land wieder in Besitz nehmen. Die Schweden zogen heran, zuerst gingen Butzbach und Alsfeld an die Schweden über, dann auch Marburg 1645. Damals schrieb der Pfarrer Johann Daniel Trygophorus zu Kirchberg folgende Notabilia in sein Kirchenbuch:

Staufenberg den 5. Mai von Schwedischen Vortruppen berennt. Als die Nachbarn auf fürstl. Befehl(Landgrafs Georg II, der damals in Giessen residirte) ihre Pferde nach Giessen bringen wollten, sind ihnen mit Gewalt solche Pferde abgenommen nahe bei Kirchberg, sind 2 todt und etwa noch acht zu beiden Seiten geschossen und gestochen worden.

Den 16. Juli 1646.Kriegswesen hat sich diesen Sommer in Hassia zusammengezogen, So wohl von allen Schwedischen, als Kaiserlichen Armees, worüber das ganze Jar über alles gutes verhindert, unser Kirch zu Staufenberg ahn Stüelen, unser Pfarr-Scheuer, Opperhaus und Stelle verwüstet und verbrennet, Rottershausen eingeäschert bis auf wenige Bäue, Dabringen und Mentzlar gar zerissen, die lieben Früchte aber gantz verwüstet und keine Aernte gehalten; Sonsten Alles abgelaubet, verderbet und ein elendiger Zustand dieser Oerter worden, woraus Sterben, Schwachheiten ohne Zahl erfolget. Gott wolle wieder und weiter helfen.

Notabilia 1647.Dass Hessische Kriegsswesen ist diesen Sommer über so continuiret, dass von dem Nieder-Hessischen General Leutenand Mortagnie Reinfelss, Kaub, die Katz ete. Friedbergk, Plankenstein, Köniegssbergk undt andere feste Plätze eingenommen, auch unter denen