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Geschichte der großherzoglich hessischen Stadt Staufenberg und ihrer beiden Burgen : Festschrift sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein Ludewig IV zum 25. August 1883 gewidmet von Rektor und Senat der Landesuniversität / nach den Quellen bearbeitet von Josef Maria Hugo von Ritgen
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dingen.

Geb. uff unser frouwen tag Assumpeionis, n. Chr. geb. MCCCEXVIL

(Die Siegel der Aussteller hängen wohl erhalten an.) Orig.

Die Erklärung dieses auffallenden Burgfriedens ergibt sich am ehesten aus dem Vergleich mit andern fast gleichzeitigen Verträgen:

Am 17. Febr. 1417 war durch einen Vertrag zwischen Gerhard und Wolf von Meckenheim mit dem Erzbischof Johann von Mainz und Ludwig Pfalzgrafen bei Rhein, Burg und Dorf zu Gundheim dem Erz- bischof und dem Pfalzgrafen gemeinschaftlich verpfändet worden. Am 6. März desselben Jahres beschliessen dann beide die dadurch erlangten Besitzungen in zwei gleiche Theile zu theilen und dann unter sich zu verloosen, und die früheren Herren niemals mehr in deren Besitz kommen zu lassen.(Urkunde Nr. 57 bei Baur hess. Urk. Nr. 57, p. 47.)

Wie es scheint war nun durch einen(vielleicht nicht mehr erhal- tenen) Vertrag zwischen dem Erzbischofe Johann und dem Pfalzgrafen Ludwig vom Rhein auch eine Theilung über die verpfändeten Güter: Burg und Stadt Staufenberg gemacht worden; denn nachdem der Erz- bischof Johann 1419 gestorben war, verpfändete sein Nachfolger Conrad einen Theil von Staufenberg an Henne Weise v. Fauerbach für die Summe von 1000 fl. und setzte zugleich den Ludwig Schenk von Schweins- berg über Staufenberg.(Guden. I, p. 996.)

Den andern Theil aber hatte bereits am 15. Aug. 1418 Herr Ludwig Pfalzgraf bei Rhein den drei Staufenberger gevettern, Bernhard Stolle, Wilhelm Hummel und Friederich Bocke übergeben, welche dadurch seine Diener geworden waren. So wenigstens liesse sich dieses eigen- thümliche Verhältniss erklären.

Die Befürchtung vor einem Angriffe von Seiten des Markgrafen von Baden hing aber wahrscheinlich mit den wieder begonnenen Strei- tirkeiten zwischen dem Erzbischofe von Mainz und dem Landgrafen Ludwig I, dem Friedfertigen von Hessen zusammen.

Die Mainzer fielen wirklich in Hessen ein, verbrannten Melsungen und Felsbere und thaten vielen Schaden. Der Landgraf aber griff sie kräftig an und schlug sie bei Fritzlar so, dass 200 ihrer Ritter in Gefangenschaft kamen und erst mit 40,000 Gulden eelöst wurden. Dadurch erst wurde 1497 zu Frankfurt eine Aussöhnung und ein Land- friede zu Stande gebracht.