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Geschichte der großherzoglich hessischen Stadt Staufenberg und ihrer beiden Burgen : Festschrift sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein Ludewig IV zum 25. August 1883 gewidmet von Rektor und Senat der Landesuniversität / nach den Quellen bearbeitet von Josef Maria Hugo von Ritgen
Entstehung
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21 eignissen betheiligt war, findet sich urkundlich nicht erwähnt. Graf Johann von Ziegenhain war aber seit 1316 auf Seiten des Erz- bischofs.(Urk. Guden. III. p. 141.)

Nach Landgraf Ottos 1328 erfolgtem Tode beendete sein Sohn Landgraf Heinrich II, der Eiserne(13281376) den Kampf mit Mainz durch einen Vergleich; als aber dessen Sohn Otto, Otto der Schütz genannt, an Gift gestorben war, begann ein Streit um die Nachfolge zwischen Heinrichs Brudersohn Hermann II und dem Sohne von Hein- richs Tochter Elisabeth, Otto von Braunschweig. Zu des Letzteren Gunsten verbanden sich viele mächtige Grafen, an ihrer Spitze der Graf Gottfried VI von Ziegenhain zu dem Bunde der Sterner, so genannt von dem Sterne im Wappen der Ziegenhainer. Es kam zu verschie- denen Treffen, wobei wieder die Gegenden von Giessen, Marburg und 3iedenkopf hart mitgenommen wurden. Das Elend zu vollenden, kam noch die morgenländische Pest, der schwarze Tod genannt, hinzu und raffte mehr als die Hälfte der Menschen hinweg.

Auf Staufenberg hielten in diesen traurigen Zeiten zwei Burg- männer-Familien Wacht, das waren die Herrn von Rolshausen, welche aus dem Orte Rolshausen, zwischen Gladenbach und Kirchfers, stammten und die Herren von Schaben, seit 1281 castrenses auf Staufenberg. Zu diesen kam noch der Graf Johann von Solms laut folgender Urkunde vom 12. Sept. 1324(bei Wenck U. B. III. p. 189):

Graf Johann v. Solms bekennt, dass er Graf Johanns von Ziegenhain Burgmann zu Staufenberg geworden sei:

Wir Greve Johan von Solmese bekennen an diesem gegen- wortigen Briebe unde tun kunt uffentliche allin den die in sehin oder horin lesin, das wir Borgmann worden sind des edelin Man- nes unsirs Herrin Greben Johannes von Cyginhain und seiner rechtin erbin zu Stoufinberg und in gehuldit unde geschworen han um unser eisen gud, cehin marg geldes zu Dyefinbach unde zu Hohinberg, di wile das wir lebin, mit deme Unterscheide ob wir von todesweine abe gingen, das danne die gulde wider gefallen soll uf unse erbin ledig und lere und sollin der Borgmannesschaft abe sin ane wiederrede. Wir mugen auch die Borgmannschaft losen mit hundirt Marken colschir Weringe dri hallere odir zwene wedereibische vor den colschen zu reidene wenn es uns gelüstet.