man ihn schon todt sagte. Da eilte Otto durch seinen Schwager an- getrieben nach Kassel und liess sich huldigen. Allein Heinrich genas wieder und suchte bei Kaiser Adolf Hülfe gegen Otto und den ihm verbündeten Grafen Gottfried. Da erschien der Kaiser selbst und mit ihm die Erzbischöfe Gerhard von Mainz und Siegfried von Cöln, der Herzog Rudolf von Baiern, der Abt von Fulda und viel Kriegsvolk vor Staufenbereg.
v. Riedesel erzählt dieses in der Hess. Chronik Coll. III 12 so:
„Da kam der römische König persönlich mit Landgraf Heinrich I über den Grafen zu Ziegenhain, lesten sich vor dessen Schloss Staufen- berg und zwungen ihn, dass er gereden musste, Landgraf Otto zu ver- mögen, dass er dem Vater das Land wiedergebe.“ Es wird nicht er- zählt, ob die Burg damals erobert wurde, jedenfalls muss sie wenig be- schädigt worden sein, da Gräfin Mechtilde im Besitz derselben blieb. Zwischen Otto und seinem Vater kam es zu einem Vergleich. Die Hälfte des Schlosses Staufenberg erhielt die Tochter des Grafen Lud- wig von Ziegenhain, Elisabeth bei ihrer Verehelichung mit dem Herrn von Falkenstein und Münzenberg zur Aussteuer, die sie dann, wie schon erwähnt, im Jahre 1305 an Mechtilde von Ziegenhain verkaufte. Der Jüngere Heinrich von Hessen starb bald, und als dann Landgraf Hein- rich I im Jahr 1308 starb, erhielt Otto ganz Oberhessen, während sein Bruder Johannes(aus Heinrichs I zweiter Ehe mit Mechtilde von Cleve) Niederhessen bekam. Der zweite Bruder Ludwig war Geistlicher und Bischof von Münster geworden. Allein schon nach drei Jahren starb Johannes(1311) mit seiner Gemahlin und seiner einzigen Tochter an der Pest und dadurch fiel ganz Hessenland an Landgraf Otto(1311—1328).
Nun hätte man Frieden und Ruhe erwarten sollen, aber die Kämpfe mit den Erzbischöfen von Mainz hörten nicht auf, denn sie erklärten die Mainzer Lehen durch den Tod des Landgrafen Johannes für heim- gefallen. Vergebens berief sich Otto auf Kaiser und Reich und es kam
zum Krieg. Erzbischof Matthias von Mainz verband sich mit Erzbischof
3alduin von Cöln, sie brachen in Hessen ein und es gelang ihnen die Stadt Giessen zu erobern. Das geschah am 12. August 1327; da sie aber ihre Leute ungestraft rauben, morden und die Bürgerschaft von Giessen misshandeln liessen, griffen die Bürger zu den Waften, trieben die Feinde zur Stadt hinaus, schlossen die Thore und überlieferten die Stadt wieder dem Landgrafen. In wie weit Staufenberg bei diesen Er-


