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Geschichte der großherzoglich hessischen Stadt Staufenberg und ihrer beiden Burgen : Festschrift sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein Ludewig IV zum 25. August 1883 gewidmet von Rektor und Senat der Landesuniversität / nach den Quellen bearbeitet von Josef Maria Hugo von Ritgen
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chen, die in den Gärten standen. Alsbald gesann der Erzbischof einer Freundschaft; sonst wären die ausser der Stadt vielleicht alle von den Hessen todtgeschlagen worden. So ward dem. Landerafen Friede und Sühne, wie er es selbst wollte, nach seinem Willen. Dem Erzbischof, der vorher im Busecker Thal die dreitausend Mark nicht hatte nehmen wollen, ward kein Pfennig; er musste dem Landgrafen und seinem Lande Absolution bestellen auf seine eigenen Kosten, und allen Schaden ersetzen, auch allen Ansprüchen entsagen. Dazu behielt der Landgraf die Freiheit, dass der Bischof von Mainz oder dessen Commissarien und Offiziale keine Sende halten sollten in den Städten seines Landes.

Graf Gottfried V hatte bis dahin dem Erzbischof Werner von Mainz gegen Landgraf Heinrich beigestanden, aber die Verhältnisse hatten sich geändert, und Graf Gottfried hatte sich 1283 mit Mechtilde, der Tochter des Landgrafen vermählt.

Ein merkwürdiger Vertrag*) wurde zu Marburg am 29. Juni 1283 zwischen dem Landgrafen Heinrich I von Hessen und seinem Eidam, Graf Gottfried V von Ziegenhain darüber abgeschlossen, wie es in Krie- sen gegen ihre Feinde, und bei Irrungen unter ihnen selbst gehalten werden solle, und dass im Fall Gottfried keine Kinder erhielte, sein Land an Hessen fallen sollte.

In Gots namen Amen. Wir Lantgreve Heynrich fon Gots

Gnaden Herre zu Hessen, vergen uns an disem brieve, daz wir

eine veste un eine stede sune han gemachet ewikliche mit unserme

lieben Eydeme Greven Godfride Grefen Gotfrides sun fon Zygen- hagen also, daz er gar, mit gutem willen verzygen hat uf uns und umme allez daz werrendes was zwischen uns und ime un bi na- men umme daz, daz wir sin hus zu Gemunden an der Straze brachen, her hot ouch gelobet ob er abe get mit tode one Kinter; daz danne Mechtilt unser tochter sin wirtin sol Zygenhagen Treyse, und Stoyphenberg, mit alle deme daz dar zu gehoret, besitzen zu

irme libe, nach irme tode iz wider vallen uf sine Muter, un uf

sine swester one di Len die fon uns dar rurent. Geschit iz aber, daz er, und sine swester one Kind ersterben, lebet sin muter danne, so sol wir ir geben fünfhundert marg, Echscher phenninge, und

*) Wenck III. U. B. p. 150.

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