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Geschichte der großherzoglich hessischen Stadt Staufenberg und ihrer beiden Burgen : Festschrift sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein Ludewig IV zum 25. August 1883 gewidmet von Rektor und Senat der Landesuniversität / nach den Quellen bearbeitet von Josef Maria Hugo von Ritgen
Entstehung
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chenversammlung zu Mainz am 4. Mai 1261 die Herzogin Sophia und ihren sechszehnjährigen Sohn mit dem Banne und das Land mit dem Interdiet belegte.*) Doch entsprach der Erfolg nicht seinen Erwartungen, mitten im Kriege gab es auch ruhige Zeiten. Markgraf Heinrich der Erlauchte konnte sogar im Anfang des Jahres 1263 das grosse Tur- nier zu Nordhausen, das glänzendste und bekannteste seiner Turniere abhalten. Die Ann. Vet. Cell bei Menken 2, 405, schildern dasselbe.**) Alle Fürsten Deutschlands waren dazu eingeladen. Für die grosse Zahl der zusammengekommenen Frauen, Ritter und Knechte ward zu ergötzlichem Aufenthalte und zum Tanz ein Garten oder vielmehr ein Wald von grünen Bäumen gar zierlich eingerichtet, worin Zelte auf- geschlagen waren. Von einem nicht kleinen Baum mit goldenen und silbernen Blättern, ward dem, der bei dem Zusammenrennen seinen Speer zerbrach, wenn beide auf dem Pferde sitzen blieben, ein silbernes, dem, der den Gegner vom Pferde rannte, ein goldenes Blatt zum Preise ge- reicht. Acht Tage dauerte die Lust. Die Kosten wären für einen Kaiser ansehnlich gewesen.

Im Herbste desselben Jahres aber kam es zu einem harten und entscheidenden Kriege. Der Erzbischof von Mainz hatte sich mit der Herzogin Sophia ausgesöhnt und gegen den Markgrafen Heinrich ent- schieden. Er belieh Sophia und ihren Sohn mit Mainzischen Lehnstücken in Hessen und Thüringen, namentlich mit den Gerichten zu Aspe und Begern und mit Schloss und Stadt Thomasbrück und Zubehörungen. Dafür erhielt der Erzbischof 2000 Mark Silbers und liessen Sophia und ihr Sohn Heinrich ihre Städte Grünberg und Frankenberg dem Erz- bischof auf, erhielten sie aber von ihm zu Lehn zurück. Die betreffenden Urkunden vom 10. und 11. Sept. sind aus dem ‚Felde bei Langsdorf (bei Rauschenberg;) geschrieben.(Bei Gudenus I, 702, Nr. 311, 312 und 313.)

Für die Sicherheit der Zahlung der 2000 Mark stellte Sophia 30 Bürgen, darunter steht Gotefridus Comes de Cygenhain oben an, ferner vom hessischen Adel: Adolfus de Nordecke, Cunradus de Elbene, Jo- hannes de Buchesecke u. s. w.

Herzog Albrecht von Braunschweig hatte inzwischen ein Heer von 600 Mann gesammelt und sich damit in Besitz eines Theiles von Thüringen

) Guden.©. d. I. p. 680. **) Vergl. Tittmann: Heinrich der Erlauchte. II. p. 10,