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Laut Urkunde vom 16. Mai 1254, bei Guden. Cod. dipl. I. 699, verglich sich dann der Erzbischof mit dem Markgrafen dahin, dass Letz- terer alle Thüringer Lehen erhielt, welche Heinrich Raspe gehabt hatte. Wesen der hessischen Lehen aber sollte erst entschieden werden, wenn das Kind von Hessen das zwölfte Jahr erreicht hätte.)
Jedenfalls sollte ein Jahr Waffenstillstand sein zwischen dem Mark- erafen und dem Kinde von Hessen und ihren Leuten, und dem Erz- bischof und seinen Leuten; nicht aber war Friede mit der Herzogin Sophia; denn diese war mit diesem Vertrage nicht einverstanden und suchte Hilfe gegen den Erzbischof bei dem Herzoge Albrecht von Braun- schweig, dem sie ihre Tochter Elisabeth zur Frau gab und ihren Sohn mit des Herzogs Schwester Adelheid verlobte. Zugleich verpfändete sie ihm die Stadt Biedenkopf für 4000 Mark.— Urkunde vom 7. Oct. 1254 zu Marburg ausgestellt; bei Estor de Ditione Hassiaca. S. 27. Der Erzbischof aber zog verwüstend in die Länder Sophia’s und des Her- zoes Albrecht, dabei mag auch Staufenberg betheiligt gewesen sein. Sophia soll damals das Schloss Frauenberg bei Marburg erbaut haben. Doch der Erzbischof hatte im Felde Unglück; am 16. Januar 1256 kam es zwischen ihm und dem Herzoge Albrecht zu einem entscheidenden Schlage bei einem zu dem Kloster Volkolderode unweit Mülhausen gelegenen Dorfe Bollestädt, der Erzbischof Gerhard selbst und mit ihm viele Grafen und Edle geriethen in Gefangenschaft und einen Verwandten Gerhards, den Grafen von Eberstein, liess der Herzog aus Rache für geschehene Beleidigungen, hängen.
Die alleemeine Verwirrung in Deutschland noch zu vergrössern war Könige Wilhelm von Holland 1256 gestorben; für die Wahl des neuen Königs Graf Richard von Cornwallis ward die Befreiung des Erz- bischofs von Mainz aus der Braunschweigischen Gefangenschaft eine Bedingung. Richard löste ihn und seine Angehörigen mit 8000 Mark, und ward am 13. Januar 1257 zum römischen König gewällt.
Im Jahr 1258 starben aber die beiden Brüder Grafen von Ziegen- hain: Gottfried III, der mit seiner Gemahlin Luckarde von Düren der Stifter der Niddaischen Linie geworden war, und Berthold, welcher mit Eilike von Tecklenburg die eigentlich Ziegenhainische Linie fortführte. Nun gab es einen Familienstreit über Gütervertheilung zwischen den
*) Guden. C. dipl. I. 639.


