es nicht zu vermeiden ſein, wenigſtens kurz die methodiſchen Pro⸗ bleme ⁷⁹) zu ſtreifen, die neuerdings wegen der Ziele der Rechts⸗ vergleichung, namentlich im Hinblick auf die hiſtoriſche und die eth⸗ nologiſche Rechtsforſchung, mehrfach aufgeworfen ſind 5o).
Ich kann es mir indeſſen verſagen, hierauf genauer einzugehen, da damit zu rechnen iſt, daß der Aufſatz H. Meyers über Friedel⸗ ehe und Mutterrecht demnächſt erweitert in Buchform ausgegeben wird, ein Plan, der nur auf das lebhafteſte begrüßt werden kann 31).
tigung des ſlawiſchen Rechts, daſ. S. 265— 282(ſ. dazu auch H. Meyer S. 265 Anm. 3). Bemerkungen zu den Eheformen des altböhmiſchen Rechts (H. Meyer a. a. O.) noch bei Kapras, Eheliches Güterrecht im altböh⸗ miſchen Landrechte, ZVR. 23(1909) S. 107— 208, zu denen des rumä⸗ eniſchen Eherechts bei Draganeſcu, Rumäniſche Hochzeitsbräuche, am gleichen Platze S. 68—105.
²6) Nachträglich entdecke ich noch den in den beſprochenen Schriften nicht verwerteten Aufſatz Kohlers, Die Ehe mit und ohne Mundium, ZVR. 6 (1886), S. 321— 343, der die Ehe mit Manus ebenfalls als eine Eheform des Vaterrechts, diejenige ohne Manus als eine ſolche des Mutterrechts betrachtet und ſich inſoweit mit den Ausführungen H. Meyers(S. 242, oben S. 168 f.) deckt. Zu den Angaben Kohlers S. 337 f. über Ehen nach Mutter⸗ und Vaterrecht bei den weſtafrikaniſchen Negerſtämmen iſt jetzt zu beachten die Arbeit von H. Baumann, Vaterrecht und Mutterrecht in Afrika, Zeitſchr. f. Ethnologie 58(1926) S. 62—161.
so) Vgl. Kern, Völkerkundliche Univerſalgeſchichte, Schmollers Jahrb. f. Geſetzgebung, Verwaltung und Volkswirtſch. 50(1926) S. 641— 648, ſowie Trimborn, Die Methode der ethnologiſchen Rechtsforſchung, ZVR. 43 (1927) S. 416— 464(ſ. hierzu auch Trimborn, Grundſätzliches zur Methode der hiſtoriſchen Rechtsforſchung, ZVR. 42, 1926, S. 1 f. und darüber Rehme, 32 RG. 47, S. 490 Anm. 6) und das daſ. S. 4634 mitgeteilte Schrifttum. Der nach S. 463 Anm. 1 beabſichtigte Abdruck des Vortrages von L. Adam, Der gegenwärtige Stand und die heutige Aufgabe der ethnologiſchen Rechtsforſchung, auf dem 4. Kongreß der Internationalen Vereinigung für Rechts⸗ und Wirt⸗ ſchaftsphiloſophie(Berlin 1926) im Arch. f. Rechts⸗ und Wirtſchaftsphiloſophie (ſ. die Leitſätze daſ. Bd. 20 S. 166) fehlt noch.
81) Vielleicht bietet ſich bei der künftigen Verfolgung der mit der Ehe⸗ ſchließung des deutſchen Mittelalters zuſammenhängenden Fragen eine Ge⸗ legenheit, auch dem Gedanken einer ſtärkeren Betonung des geiſtesgeſchicht⸗ lichen Einſchlages in der Rechtsgeſchichte Rechnung zu tragen, den jüngſt Hans Fehr in zwei Aufſätzen— Gottesurteil und Folter. Eine Studie zur Dämonologie des Mittelalters und der neueren Zeit, Feſtgabe für Ru⸗ dolf Stammler zum 70. Geburtstage(Berlin und Leipzig 1926) S. 231 — 254; Mehr Geiſtesgeſchichte in der Rechtsgeſchichte, Deutſche Vierteljahrs⸗ ſchrift f. Literaturwiſſenſch. u. Geiſtesgeſch. 5(1927) S. 1—8, insbeſ. S. 4 f.— verfochten hat. Kritiſch dazu Pappenheim, über die Anfänge des ger⸗ maniſchen Gottesurteils, Z2 RG. 48(1928) S. 136—175.


