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Die Eheschließung des deutschen Frühmittelalters im Lichte der neueren rechtsgeschichtlichen Forschung, Ergebnisse und Ausblicke / von Karl Frölich
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3. Orientaliſche Rechte.

Etwas ÄAhnliches iſt zu ſagen von den Darlegungen Herbert Meyers zu den orientaliſchen Rechten, insbeſondere zu dem ba⸗ byloniſchen, aſſyriſchen und jüdiſchen Recht. In ſeiner vor kurzem erſchienenen Unterſuchung überNeue keilſchriftliche Rechtsurkunden aus der El⸗Amarna⸗Zeit ⁶7) berührt Paul Koſchaker die Ab⸗ handlung H. Meyers, ohne ſachlich auf ihren Inhalt einzugehen, aber in einer Form, die nicht als bedingungsloſe Zuſtimmung auf⸗ zufaſſen ſein dürfte 6s). Es wird daher abzuwarten ſein, ob hier mit einer nochmaligen Aufrollung der angeſchnittenen Fragen auch auf Grund der ſonſt in letzter Zeit erfolgten Veröffentlichungen ³⁹) zu rechnen iſt 7⁰).

³7) Abh. der philolog.⸗hiſtor. Klaſſe der Sächſiſchen Akademie der Wiſ⸗ ſenſchaften, XXXIX. Band, Nr. 5(Leipzig 1928).

6s) S. 86 Anm. 1. S. auch den Text S. 82 f., wohybride Adoptio⸗ nen mit kaufrechtlichen Elementen zum Zwecke der Begründung einer Minderehe mit halb⸗oder unfreien Perſonen in den Urkunden aus Arrapha beſprochen werden.

63) Vgl. die Literaturangaben bei Koſchaker S. 1 Anm. 45, 85 Anm. 4, 86 Anm. 1, 87 Anm. 3. K. bemerkt ſelbſt S. 1 Anm. 4b, daß es ſich bei dem hier erwähnten Schrifttum vorwiegend um das Verhältnis der aſſyriſchen Geſetze zu dem bibliſchen Recht handele. Für unſer Gebiet wichtig erſcheinen, abgeſehen von dem ſchon bei H. Meyer benutzten Werke J. Neu⸗ bauers, Beiträge zur Geſchichte des bibliſch⸗talmudiſchen Eheſchließungs⸗ rechts, Mitteil. der Vorderaſiat. Geſellſch. 24 und 25(1920) und derKul⸗ turgeſchichte Iſraels von A. Bertholet(1920), von der das Gleiche gilt, vor allem das Buch von Ring, Iſraels Rechtsleben im Lichte der neuent⸗ deckten aſſyriſchen und hethitiſchen Geſetzesurkunden(Stockholm und Leipzig o. J.[1926]), insbeſ. S. 7 f., 111 f., 125 f., 189 f. und der Aufſatz von Mah⸗ ler, Zum§ 128 des Codex Hammurabi, Arch. f. Orient⸗Forſchung IV S. 147 f. (gegen ihn Koſchaker S. 85 Anm. 4). Die bei Weſtrup S. 114 Anm. 1 angeführte Unterſuchung zum iſraelitiſchen Recht von Johs. Pederſen (1926) war mir nicht erreichbar. Hervorzuheben iſt aus jüngſter Zeit viel⸗ leicht noch Cruveilhier, Le droit de la femme dans la genèse et dans le recueil de lois assyriennes, Revue Biblique 36(1927) S. 350 376 und Bialoblocki, Materialien zum islamiſchen und jüdiſchen Eherecht, Ar⸗ beiten aus dem Orientaliſchen Seminar der Univerſität Gießen, 1. Heft(Gie⸗ ßen 1928).

70) Herrn Prof Dr. J. Lewy in Gießen verdanke ich einen Hinweis auf den Aufſatz von V. Chriſtiani, Unterſuchungen zur Paläoethnologie des Orients, S. A. aus Band LIV der Mitteil. der Anthropologiſchen Geſell⸗ ſchaft in Wien(1924), mit lehrreichen Hindeutungen auf ſibiriſche Gegen⸗ ſtücke zu den akkadiſchen Eheformen(S. 14 f.). Vgl. hierzu jedoch auch die Beſprechung Lewys, Oriental. Lit. Z. 1925 Sp. 280 291.