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Die Eheschließung des deutschen Frühmittelalters im Lichte der neueren rechtsgeschichtlichen Forschung, Ergebnisse und Ausblicke / von Karl Frölich
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nach Vorwurf und Quellenkreis vielfache Berührungen mit der an⸗ geführten Literatur aufzeigende Monographie van Apel⸗ doorns über die Geſchichte des niederländiſchen Eheſchließungs⸗ rechtes, die ſowohl von K. A. Eckhardt wie von H. Meyer benutzt iſt. Sodann ſind zu nennen mehrere Veröffentlichungen, die nicht oder doch nicht in erſter Linie im germaniſchen Rechtsboden wurzeln, die aber wertvolle Handhaben für die Rechtsvergleichung bieten, von der bereits der Aufſatz H. Meyers in ſtarkem Aus⸗ maß Gebrauch gemacht hatte. Von ihnen ſind einige ſchon in dieſer Richtung durch H. Meyer ausgeſchöpft, während bei anderen die hier erwachſende Aufgabe noch der Löſung harrt ⁵⁷*).

1. L. J. van Apeldoorn. Geschiedenis van het ne derlandische huwelijksrecht véér de invoe- ring van defransche wetgeving. Amſterdam 1925.

Das Buch van Apeldoorns, auf das die Aufmerkſam⸗ keit der deutſchen Forſchung beſonders durch die gehaltvolle Anzeige von Hans Planitz ⁵s) gelenkt iſt, verfolgt im Anſchluß an die früheren Unterſuchungen Fockema Andreaes die Entwicke⸗ lung des niederländiſchen Eheſchließungsrechts von den Anfängen bis zur Einführung der franzöſiſchen Geſetzgebung im Jahre 1809. Es betrachtet nach einer Einleitung über Weſen und Zweck der Ehe⸗ ſchließung in vier Hauptſtücken und zwar geſondert nach ger

240, vor allem S. 195 f.; P. Vinogradoff, Outlines of historical jurisprudence I(Oxford 1920); M. W. Williams, Social Scandinavia in the Viking age(1920) für das ſpaniſche, angelſächſiſche und nordiſche Ehe⸗ ſchließungsrecht, von denen mir das Buch von Williams nicht zugänglich war. Das Gleiche gilt auch von Weſtermarck, History of human marriage, 5. Ausg.(London 1921), und dem von H. Meyer noch nicht herange⸗ zogenen Abriß des norwegiſchen Familienrechts von A. Taranger, Norsk familierett, 2. Aufl.(Oslo 1926, ſ. dazu die Beſprechung von Pappen⸗ heim 32 RG. 48, 1928, S. 533/4). Von dem bekannten Werke Frazers, The golden bough, iſt jetzt eine gekürzte deutſche Ausgabe(Leipzig 1928) er⸗ ſchienen. Wegen des älteren Schrifttums muß auf die Verweiſungen bei H. Meyer ſowie auf die Bemerkung von U. Stutz, Z2RG. 48 S. 444, zu dem Buche von Luigi Chiapelli, La donna Pistoiese del tempo antico (Pistoia 1914) Bezug genommen werden.

⁵⁷) Treffend hierzu H. Planitz, Z2RG. 47(1927) S. 779:Familien⸗ rechtsgeſchichtliche Forſchung...... kann heute nur noch in den großen Zuſammenhängen der europäiſchen, ja der allgemeinen rechtsgeſchichtlichen Forſchung betrieben werden. Ahnlich ſchon Brunner, DRG. I2²2 S. 97 Anm. 31 a. E.

ss) 32RG. 46(1926) S. 541/48.