eröffnenden Umkreiſes. Inwieweit an den Ergebniſſen Frens⸗ dorffs in ſprach⸗ und literaturgeſchichtlicher Hinſicht Abſtriche zu machen ſein ſollten, muß dem Urteil der zunächſt beteiligten Diſzi⸗ plin, der germaniſchen Philologie, überlaſſen bleiben 21). Was ihre volkskundliche Ausbeute anbelangt, ſo iſt nicht zu verkennen, daß ſich in einzelnen Beziehungen auf Grund des einſchlägigen Schrift⸗ tums ein etwas abweichendes Bild ergibt. Es gilt dies namentlich von dem, was F. ausführt über einige Hochzeitsbräuche, wie das „Berennen“ des Brautzuges und die manchenorts üblichen Prügel— ſzenen nach der Trauung, die F. ²²) als eine Erinnerung an ehe⸗ maligen Brautraub deutet ²³), über die Hochzeitsgeſchenke ²4), den
2¹) Zur Geſchichte des Wortes„Heirat“(F. I S. 302) iſt aufmerkſam zu machen auf A. Vorkampff⸗Laue, Zum Leben und Vergehen einiger mittelhochdeutſcher Wörter, Halleſche philoſ. Diſſ. 1906, S. 9 f., zu den Wörtern „Braut“ und„Gemahl“(F. I 303, 334; II S. 8/9) auf Braune, Nhd. „braut“ in den germaniſchen ſprachen, PBB. XXXII(1907) S. 30— 59; van Helten, Zur etymologie von„braut“, daſ. XXXV(1909) S. 306— 310; F. Kauffmann, Braut und Gemahl, ZͤfdPh. 42(1910) S. 129— 153, die bei F. nicht berückſichtigt ſind, ſowie jetzt auf H. Meyer S. 215/6. Wegen des Wortes„Ehe“ vgl. neuerdings die aufſchlußreiche Unterſuchung von J. Weis⸗ weiler, Bedeutungsgeſchichte, Linguiſtik und Philologie. Geſchichte des ahd. Wortes euua. Stand und Aufgaben der Sprachwiſſenſchaft, Feſtſchr. f. Wil⸗ helm Streitberg(Heidelberg 1924) S. 419— 462, auf deren Wichtigkeit auch für die deutſche rechtsgeſchichtliche Forſchung U. Stutz, Z2 RG. 45 (1925) S. 2 Anm. 1 den Blick gelenkt hat. Zu den Spielpfennigen iſt viel⸗ leicht zu verweiſen auf F. Kauffmann, Aus dem Wortſchatz der Rechts⸗ ſprache, ZfdPh. 47(1918) S. 153— 209, insbeſ. 157/8, 178 und Vollmann, Spiel in Ortsnamen, ZfdA. 61(1924), S. 82— 92.
²²) F. I S. 3034, II S. 9 f.
2³) Zu dem Aufhalten des Hochzeitszuges ſ. Samter, Geburt, Hoch⸗ zeit, Tod. Beiträge zur vergleichenden Volkskunde(Leipzig u. Berlin 1911) S. 162—170; Zachariae, Etwas vom Binden, Sperren und Einkreiſen, ZVV. 35/36(1925/26) S. 149— 164, namentl. 162 f., wo zum Teil das Auf⸗ halten des Brautzuges als Reſt einer ehemaligen Rechts handlung erklärt wird. Wegen der im Text gedachten Prügelſzenen vgl. letzthin Sartori, Der Schlag im Hochzeitsbrauche, ZfrhwV. 22(1925) S. 63—78 und wegen des rechtlichen Einſchlages der Sitte Corſo, Reviviscenze. Studi di tradizioni popolari italiane I(Catania 1927), VI. Tre vecchie costumanze aretine: il bacio alla sposa, la rottura della scodella e il pugno allo sposo durante la cele- brazione nuziale, S. 71 f., vor allem S. 78 f.(ſ. ZVV. 37, 1927, S. 53/4).
24) F.(II S. 93) bezeichnet die dort erwähnten Hochzeitsgeſchenke in Ge⸗ ſtalt von Hemden und Kleidungsſtücken als„uns befremdliche Dinge“. Vgl. dazu aber Samter, S. 90— 97(Kleidertauſch); Corſo, Die Kleiderabgabe bei den Hochzeitsgebräuchen, ZVR. 31(1914) S. 321—339, ſowie Kohler, Bemerkungen zu vorſtehendem Aufſatz Corſos, daſ. S. 340/1. Bei den An⸗


