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len. Hanſiſche Geſchichtsblätter 1917(1918) S. 291— 350; 1918 (1919) S. 1— 126.
Den Reigen der hier anzuführenden Schriften eröffnet ein Aufſatz des Altmeiſters der deutſchen Rechtsgeſchichte, Ferdinand Frensdorffs, über„Verlöbnis und Eheſchließung nach han⸗ ſiſchen Rechts⸗ und Geſchichtsquellen“, der ſich allerdings in der Hauptſache auf das ſpätere Mittelalter beſchränkt, alſo aus dem zeitlichen Rahmen, den wir gewählt haben, herausfällt, der aber doch auch für unſere Zwecke eine Anzahl wertvoller Ausblicke bie⸗ jet ¹3).
Nach einer Vorbemerkung über die vor allem dem hanſiſchen Bereich entnommenen Quellen teils juriſtiſcher, teils hiſtoriſcher Art beginnt Frensdorff mit einem Abſchnitt„Rechtsſprache“, dem der bekannte Ausſpruch Brunners ¹¹⁴)„Die Wörter ſind die Ge⸗ burtsſcheine der Begriffe, die ſie bezeichnen“, vorangeſtellt iſt. Hier werden in erſter Linie unter rechtlichen Geſichtspunkten beſprochen die Wörter„Ehe“,„Hochzeit“,„Wirtſchaft“,„verloben“, ſodann eine Anzahl von Wendungen, die ſich auf die Eingehung der Ehe beziehen, namentlich die Ausdrücke„to echte nemen, to manne(wive) nemen, ſik vorandern, Heirat, hilich, Gemahl, Vermählung, Braut⸗ lauf, freien, Trauung, Beilager“ ¹⁵). Sodann werden kurz die in Be⸗ tracht kommenden rechtlichen Ordnungen geſtreift, wobei Frens⸗ dorff vor allem des Gegenſatzes zwiſchen dem ſtädtiſchen Statutar⸗ recht und der kirchlichen Geſetzgebung gedenkt. Daran knüpfen ſich Bemerkungen, welche das Konſensrecht der Eltern und Ver⸗ wandten betreffen, insbeſondere auch die mittelalterliche Sitte der Kinderverlobung berühren ¹⁶), die Folgen der konſenslos einge⸗ gangenen Ehe ſchildern, die Gruppen der konſensberechtigten Per⸗ ſonen abgrenzen, die zeitliche Beſchränkung des Konſensrechtes er⸗ mitteln und die Bedeutung der heimlichen Ehen umſchreiben, um, hierauf geſtützt, zuſammenfaſſend die Bedeutung des Konſens⸗ rechtes zu würdigen ¹⁷). Die weiteren Ausführungen haben zum
¹³) Die beiden Teile des Aufſatzes werden nachſtehend als F. I und II bezeichnet.
¹³) Deutſche Rechtsgeſchichte 12(Leipzig 1906) S. 156.
¹5) F. I S. 296 f.
¹) F. I S. 317. Vgl. hierzu den bei F. nicht erwähnten Aufſatz von R. Koebner, Die Eheauffaſſung des ausgehenden deutſchen Mittelalters, AfK. IX(1911) S. 136—198, 279— 318, namentlich S. 137 f. ¹7) S. darüber nunmehr H. Meyer S. 219 f.


