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27. September 1839 definitiv als Pfarrer in Leihgeſtern bei Gießen angeſtellt und ſtarb daſelbſt am Scharlachfieber 14. März 1843. War mein(des Verfaſſers) Vater.
25. Scriba, Georg Friedr. Jakob Eduard, ſtud. jur.(1829 ſtud. theol.) aus Schwickartsauſen, imm. 4. Dezember 1825, geb. zu Ulrichſtein 22. März 1808 als Sohn des Pfarrers Wilh. Gottlieb Friedr. Scriba(ſpäter in Schwickartshauſen), vertauſchte nach der Relegation 1829 das juriſtiſche mit dem theologiſchen Studium, be⸗ ſuchte W.S. 1830/31 die Univerſität Bonn, war Sprecher in der dortigen Burſchenſchaft, wohnte im Hauſe von Ernſt Moritz Arndt und unterrichtete deſſen Söhne, wurde wegen der Gießener Verhält⸗ niſſe nur 1 Semeſter in Bonn geduldet, wurde, nach Gießen zurück⸗ gekehrt, am 17. April 1832„wegen hervorragender Beteiligung an demagogiſchen Verbindungen“ wiederholt relegiert, als er bereits das ſchriftliche theologiſche Examen abſolviert hatte, war dann Hauslehrer auf dem Hofgute Neuhof bei Gedern, nahm am Frankfurter Attentat 3. April 1833 teil, flüchtete in die Schweiz, war dort Lehrer am Knabeninſtitut von Islar⸗Bruch zu Lauſanne, dann Bezirkslehrer in
Therwyl(Baſel⸗Land), wurde vom 15. Oktober bis 5. November 1836
mit anderen politiſchen Flüchtlingen, denen ſich auch der jüngere Bruder Ferdinand Scriba angeſchloſſen hatte, auf franzöſiſche Staatskoſten über Calais nach England transportiert. Nach ſiebenwöchigem Aufenthalt in London reiſten die beiden Brüder nach Liverpool, wo ihnen Lehrerſtellen an einem blühenden deutſchen Inſtitute angetragen
waren. Bald nach der Ankunft erkrankte Eduard Scriba an den Blattern und ſtarb 4. Januar 1837.
In der aktenmäßigen Darſtellung ꝛc. von Hofgerichtsrat Schäffer, Gießen März 1839, heißt es Seite 5:„Eduard Scriba ſah in einer Revolution das einzige Mittel, die Wünſche hinſichtlich einer größeren Ausdehnung der Volksrechte und der Verwirklichung der nationalen Einheit Deutſchlands ins Leben zu führen“, ſodann daſelbſt Seite 41 bis 44:„Am 3. April(1833) wurde zuerſt die Hauptwache erſtürmt. An dem gleichzeitigen Angriff auf die Conſtabler Wache nahmen die Advokaten Gärth und Neuhof, mehrere Polen—, einige Leute aus dem Handwerkerſtande, endlich der Kandidat Schüler(Darmſtadt) und die gleichfalls ſchon mehr genannten Studenten Scriba und Lu⸗ banski Anteil“.
Kandidat Schüler ſagt von Eduard Scriba aus, nachdem das Attentat auf die Wache mißglückt war:„Da Scriba nicht mehr habe entrinnen können(nämlich dem herankommenden Militär), habe ſich


