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Beiträge zur Geschichte der alten Gießener Burschenschaft : burschenschaftliche Lebensbilder aus dem Jahre der großen Relegation (1828) / von Christian Scriba, Pfarrer i. P. in Gießen ; mit einer Einlitung von Geh. Hofrat Dr. Herman Haupt
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derſelbe zur Erde geworfen und das Militär ſei nun, ihn für tot haltend, an ihm vorübergezogen.Secriba hat dies letztere ſelbſt öfter erzählt und beigefügt, daß er, in den Straßen Frankfurts um⸗ herirrend, auf einige Kaufmannsdiener geſtoßen ſei, welchen er ſich offenbart habe und von deren einem er aufgenommen und den anderen Tag in dem Anzuge eines Kaufmanns glücklich zum Tore hinausge⸗ bracht worden ſei. Vgl. den Artikel von H. Haupt in denHeſ⸗ ſiſchen Biographien Bd. l, S. 109 ff.

26. Soldan, Friedrich Wilhelm Karl, ſtud. jur. aus Rüſſelsheim, imm. 14. Mai 1827, geb. zu Billertshauſen 3. Juli 1808 als Sohn des Pfarrers Karl Ludwig Soldan(ſpäter in Rüſſelsheim). Nachdem er nach der Relegation noch einige Jahre ſtudiert hatte, wurde ihm die Zulaſſung zur juriſtiſchen Fakultätsprüfung durch Großherzogliches Miniſterium verweigert mit der Begründung,daß er, trotz ſeiner Relegation von der Univerſität, auch nach ſeiner Rückkehr nach Gießen noch fortwährend mit der beſtehenden Burſchenſchafterpartei Umgang pflege, daß er 1831 an einer Studentenfahrt nach Friedberg teilge⸗ nommen, daß er demokratiſche Verſammlungen von Studenten und Handwerkern auf der Heuchelheimer Mühle beſuche; ja er habe dem von Darmſtadt verwieſenen Herrn Fein von Braunſchweig bei ſeiner Durchreiſe durch Gießen vor dem Hotel Einhorn ein Hoch ausgebracht und ihn bis zum Walltor geleitet.. Eine an die zweite Kammer der Stände gerichtete Petition blieb trotz der einſtimmigen Empfehlung des 3. Ausſchuſſes der Kammer bei der Regierung ohne Berückſichti⸗ gung, ſodaß Soldan im Jahre 1833 ſeinungaſtliches Vaterland verlaſſen und ſich ein neues in der Schweiz ſuchen mußte. Er wurde zuerſt Lehrer in Lyon, dann Lehrer in Thun, wo er 11. November 1864 ſtarb. Vgl. den Artikel von H. Haupt in denHeſſiſchen Bio⸗ graphien, Bd. l, S. 168.

27. Stahl, Chriſtoph Ludw. Hermann Aug., ſtud. jur. aus Altheim, imm. 24. April 1826, geb. daſelbſt 16. November 1808 als Sohn des Pfarrers Joh. Wilh. Karl Stahl, wurde 13. Dezember 1837 Hofgerichts⸗Advokat in Darmſtadt und ſtarb 5. Juli 1863.

28. von Stockhanſen, Otto, ſtud. jur. aus Darmſtadt, imm. 23. April 1826, geb. daſelbſt 7. Februar 1808 als Sohn des Ober⸗ forſtmeiſters Georg Friedr. Wilh. von Stockhauſen, ſtarb als Hof⸗ gerichts⸗Akzeſſiſt in Darmſtadt 11. Februar 1832.