9
Pfarrers Kirchenrat Friedrich Alexander Graf, ſetzte nach der Rele⸗ gation v. S. S. 1829 bis S. S. 1831 ſein Studium in Gießen fort, trat nach Ablegung der Forſtprüfungen in die Dienſte des Fürſten von Löwenſtein als Revierförſter(ſpäter Forſtmeiſter) in Michelbach bei Schwäbiſchhall(Württemberg) und ſtarb daſelbſt 19. Januar 1866 an Typhus, welcher Krankheit auch ſeine Frau Johanna Marie geb. Tag aus Worms vier Tage vorher erlegen war.
10. Graf, Gottlob Eduard, ſtud. theol. aus Worms, Bruder des vorigen, imm. 4. Dezember 1827, geb. daſelbſt 18. Mai 1810, ſtudierte nach der Relegation bis S. S. 1831 wieder in Gießen, wurde von der theologiſchen Fakultät nicht zur Fakultätsprüfung zugelaſſen, „weil er ſich zur burſchenſchaftlichen Studentenpartei gehalten und ſchwarz⸗rot⸗goldene Farben getragen“, war dann längere Zeit an dem von Dr. Friedr. Schödler, dem ſpäteren Direktor des Realgymnaſiums zu Mainz und Verfaſſer des„Buch der Natur“, zu Worms gegrün⸗ deten höheren Knabeninſtitut als Lehrer tätig, ſpäter auch Prediger der Deutſchkatholiken in Wiesbaden, nahm in den Jahren der Wirren von 1848 und 1849 mit vollem Feuer heller Begeiſterung für die Sache der Freiheit teil, was eine ſtürmiſche Flucht nach Amerika zur Folge hatte und ſtarb als weithin gekannter und geliebter freireli⸗ giöſer Prediger im Jahre 1863 in Cincinnati.
11. Gros, Auguſt, ſtud. jur. aus Groß⸗Steinheim, imm. 16. Mai 1827, geb. daſelbſt 3. Auguſt 1810 als Sohn von Landrichter Gros, gehörte nach der Relegation wieder der Burſchenſchaft an und war verwickelt in die in den Jahren 1832 bis 1835 ſtattgehabten hochver⸗ räteriſchen und ſonſtigen damit in Verbindung ſtehenden verbrecheri⸗ ſchen Unternehmungen. Das über ihn gefällte Urteil des Hofgerichts lautete:„Der Student der Rechtswiſſenſchaft Auguſt Gros von Stein⸗ heim iſt bezüglich der Anſchuldigung, an jenem Komplott zum Hoch⸗ verrat teilgenommen zu haben, von der Inſtanz zu abſolvieren, hinſichtlich der weiteren aber, in eine ſtrafbare politiſche Zwecke ver⸗ folgende Studentenverbindung auf hieſiger Univerſität ſich eingelaſſen und für die Beſchlüſſe des zu Michaelis 1831 gehaltenen Frankfurter Burſchentags mitgewirkt zu haben, gänzlich freizuſprechen“. War ſpäter Gutspachter in Arnsburg bei Lich und Sekretär des land⸗ wirtſchaftlichen Provinzialvereins von Oberheſſen und ſtarb 5. De⸗ zember 1893 zu Lich, wo er die letzten Lebensjahre verbrachte.
12. Häbel, Heinrich Ludwig, ſtud. philoſ. aus Lautzenbrücken bei Kirburg im Weſterwald, imm. 1. November 1827, geb. daſelbſt


