Druckschrift 
Beiträge zur Geschichte der alten Gießener Burschenschaft : burschenschaftliche Lebensbilder aus dem Jahre der großen Relegation (1828) / von Christian Scriba, Pfarrer i. P. in Gießen ; mit einer Einlitung von Geh. Hofrat Dr. Herman Haupt
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen

8

5. Cellarins, Friedrich Ludwig Wilhelm, ſtud. theol. aus Fränkiſch⸗Crumbach i. O., imm. 31. Oktober 1827, geb. daſelbſt 18. März 1808 als Sohn des Pfarrers Friedrich Carl Wilhelm Cellarius. Vertauſchte nach der Relegation das Theologieſtudium mit der Landwirtſchaft, bewirtſchaftete von 1831 an zuerſt ein Gut in Fränkiſch⸗Crumbach, pachtete dann 1841 das St. Katharinen Kloſter gut in Niederrad bei Frankfurt a. M. und ſiedelte ſchließlich im Jahre 1850 nach Nieder⸗Kainsbach i. O. über, wo er ſich eine größere Hof⸗ reite erbaute und bis 1875 ſein Gut bewirtſchaftete. Starb an Blut vergiftung infolge einer Operation 5. April 1885 zu Nieder⸗Kainsbach.

6. Curtman, Karl Leberecht, ſtud. theol. aus Alsfeld, imm. 10. März 1826, geb. zu Eudorf 18. September 1808 als Sohn des Pfarrers H. Curtman, ſetzte nach der Relegation ſein Studium ſort, gehörte wieder der Burſchenſchaft an, flüchtetewegen hervorragender Beteiligung an demagogiſchen Verbindungen in Begleitung ſeines Freundes ſtud. cam. Ludwig Hundeshagen, Bruder des Theologie Profeſſors Karl Bernhard Hundeshagen(ſiehe Nr. 15), in die Schweiz und von da im März 1832 nach Amerika, wo er in St. Louis bei einem Sattler in Arbeit geſtanden. Hier erkrankte er am Nerven⸗ fieber, ſprang in einem Fieberanfall in den Miſſiſſippi und ertrank. War der Bruder des Pädagogen Dr. Wilhelm Curtman, Direktors des Schullehrer⸗Seminars zu Friedberg. Todeszeit unbekannt.

7. Dilg, Adam Auguſt, ſtud. theol. aus Selzen, imm. 30. Oktober 1826, geb. daſelbſt am 12. Mai 1808 als Sohn des Pfarrers Kirchenrat Heinrich Wilhelm Dilg, vertauſchte nach der Relegation das Theologie ſtudium mit dem kaufmänniſchen Berufe, wanderte 1839 nach Amerika aus, kam 1841 zurück, vecheiratete ſich, ging wieder dorthin und lebte in Belleville(Illinois) und ſpäter bei ſeinen 2 Söhnen in Portland, wo er im Mai 1880 ſtarb.

8. Ebel, Georg, ſtud. jur. aus Gießen, imm. 10. Mai 1827, geb. zu⸗ Freienſteinau 20. Mai 1809 als Sohn des Riedeſel'ſchen Amtmanns und ſpäteren Reg.⸗Rats zu Gießen Heinrich Theophil Ebel, ſetzte nach der Re legation das Studium fort, gehörte wieder der Burſchenſchaft an und entging zu Anfang der 30er Jahre ſeiner Verhaftung durch die Flucht und Auswanderung nach Amerika, wo er nach mannigfachen Schick⸗ ſalen als Farmer 1851 in Hope Well(Pennſylvanien) geſtorben iſt.

9. Graf, Friedrich Wilhelm, ſtud. foreſt. aus Worms, imm. 4. Dezember 1827, geb. daſelbſt 9. Oktober 1806 als Sohn des