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Beiträge zur Geschichte der alten Gießener Burschenschaft : burschenschaftliche Lebensbilder aus dem Jahre der großen Relegation (1828) / von Christian Scriba, Pfarrer i. P. in Gießen ; mit einer Einlitung von Geh. Hofrat Dr. Herman Haupt
Entstehung
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1. Die am 28. Juni 1828 wegen Teilnahme an verbotener Studenten⸗Verbindung auf ein Jahr relegierten Gießener 32 Burſchenſchafter.

1. Barth, Karl Leonhard, ſtud. jur. aus Darmſtadt, geboren daſelbſt 29. Auguſt 1810 als Sohn des Bürgers und Bäckermeiſters Chriſtoph Barth, immatrikuliert 31. Oktober 1827. Kehrte nach der Relegation nicht nach Gießen zur Fortſetzung ſeines Studiums zurück, widmete ſich vielmehr dem Kaufmannsſtande und ſtarb als Bürger und Kaufmann in Darmſtadt 17. Dezember 1846.

2. Barthel, Philipp Friedrich, ſtud. jur. aus Bretzenheim, imm. 18. Januar 1827, Sohn von Bäckermeiſter Wendel Barthel daſelbſt, geb. 30. Oktober 1802(= 8. Brumaire 11). Kehrte zwar nach Ab⸗ lauf der einjährigen Relegation wieder nach Gießen zurück, beendigte aber ſein Studium nicht, widmete ſich vielmehr dem Beruf ſeines Vaters, war ſpäter ein angeſehener Bäckermeiſter in Mainz, ſpielte beſonders im Jahre 1848 eine Rolle, wanderte ſpäter nach der Schweiz aus, lebte dort zuerſt in Riesbach und dann in Meilen, Kanton Zürich, und zuletzt in Zürich, wo er Ende der 80er oder Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts geſtorben iſt.

3. de Beauclair, Ludwig, ſtud. jur. aus Darmſtadt, imm. 24. April 1826, geb. daſelbſt 19. November 1807 als Sohn des Hofrates Adolph de Beauclair, franzöſ. Sprachlehrers am Gymnaſium zu Darmſtadt(lecteur), welcher im Sommer 1807 im großen Woog, 27 Jahre alt, ertrank.

War ſeit 7. September 1841 Kreisſekretär zuerſt in Bensheim und dann in Dieburg und ſeit 12. Mai 1852 Kreisaſſeſſor in Fried⸗ berg, wo er als Penſionär 25. Juni 1873 ſtarb.

4. Bingmann, Heinrich Anton, ſtud. jur. aus Ober⸗Rosbach, imm. 25. Oktober 1825, geb. daſelbſt 7. Juni 1807 als Sohn des Stadtſchreibers Henrich Anton Bingmann, promovierte zum Dr. juris, war Bürger zu Frankfurt a. M., wanderte nach Auſtralien aus, be⸗ trieb dort Schafzucht en gros, kehrte in ſeinen alten Tagen zurück, ſchlug ſein Domizil in Gengenbach im badiſchen Schwarzwalde auf und ſtarb daſelbſt 5. Februar 1885.