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Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät I. Abteilung der Ludwigs-Universität Gießen / genehmigt durch Erlaß des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 15. März 1938
Entstehung
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ſung zur Promotion irrigerweiſe als gegeben angenommen worden ſind, ſo kann der Dekan die Promotionsleiſtungen für ungültig erklären. Gegen die Entſcheidung des Dekans iſt innerhalb 4 Wochen nach der Bekanntgabe die Beſchwerde an den Reichs⸗ erziehungsminiſter zuläſſig.

Entziehung des Doktorgrades.

§ 27.

(1) Die Entziehung des Doktorgrades erfolgt auf Grund der allgemeinen Erlaſſe des Reichserziehungsminiſters bezw. auf Grund des Geſetzes über die Führung akademiſcher Grade ſowie der zu ſeiner Durchführung ergehenden Verordnungen und Erlaſſe. Danach kann der Doktorgrad wieder entzogen werden:

a) wenn ſich nachträglich herausſtellt, daß er durch Täuſchung er⸗ worben worden iſt, oder wenn weſentliche Vorausſetzungen für die Verleihung irrigerweiſe als gegeben angenommen worden ſind;

b) wenn ſich nachträglich herausſtellt, daß der Inhaber der Ver⸗ leihung eines akademiſchen Grades unwürdig war;

c) wenn ſich der Inhaber durch ſein ſpäteres Verhalten des Tra⸗ gens eines deutſchen akademiſchen Grades unwürdig erwieſen hat.

(2) Dieſe Vorſchriften gelten entſprechend für die Entziehung des Grades eines Ehrendoktors.

Anhang.

Die Fakultät läßt als Promotionsfächer zu: Philoſophie; Pädagogik oder Pſychologie mit Einſchluß der experimentellen Pſy⸗ chologie; griechiſche Philologie; römiſche Philologie; deutſche Philo⸗ logie; engliſche Philologie; romaniſche Philologie; ſemitiſche Philo⸗ logie; indiſche Philologie oder vergleichende Sprachwiſſenſchaft des Indogermaniſchen; alte Geſchichte; mittlere und neue Geſchichte: Archäologie; Kunſtgeſchichte; Muſikwiſſenſchaft; Volkskunde; Geo⸗ graphie; Vorgeſchichte; Leibeserziehung.

26. V. 1939 300