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Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät zu Gießen / erlassen vom Landesamt für das Bildungswesen am 9. Feburar 1926
Entstehung
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Dem Studium an Lniverſitäten wird gleichgeachtet

1. für die Fächer der Mathematik, der Phoſik, Chemie, Mine⸗ ralogie und Geologie das Studium an den ſtaatlichen tech⸗ niſchen Hochſchulen des Deutſchen Reiches und Danzig, oder an den deutſchen techniſchen Hochſchulen Brünn, Graz, Prag, Wien und Zürich,

2. für die Fächer der Mineralogie und Geologie auch das Stu⸗ dium an den ſtaatlichen Bergakademien des Deutſchen Reiches oder an der deutſchen montaniſtiſchen Hochſchule in Leoben,

3. für die Fächer der Forſtwiſſenſchaft das Studium an den ſtaatlichen forſtlichen Hochſchulen des Deutſchen Reiches,

4. für die Fächer der Landwirtſchaft das Studium an den ſtaat⸗ lichen landwirtſchaftlichen Hochſchulen des Deutſchen Reiches oder an der Hochſchule für Bodenkultur in Wien und an der deutſchen landwirtſchaftlichen Akademie in Tetſchen⸗Liebwerda.

Ob und in welchem Amfang die Studienzeit an ſolchen oder anderen Hochſchulen ſonſt noch angerechnet werden ſoll, entſcheidet die Geſamtfakultät von Fall zu Fall.

Ob und in welchem Amfang die Studienzeit an fremdſprachigen Aniverſitäten angerechnet werden ſoll, entſcheidet die Geſamtfakultät von Fall zu Fall.

Iſt der Bewerber im Ausland vorgebildet, ſo kann die Geſamt⸗ fakultät an Stelle des Reifezeugniſſes andere nach ihrem Ermeſſen gleichwertige Zeugniſſe über ſeine Vorbildung annehmen, falls er von den erforderlichen acht Semeſtern mindeſtens vier an ſtaatlichen Ani⸗ verſitäten des Deutſchen Reiches ſtudiert hat.

§ 3.

Für die Prüfung hat der Bewerber drei von den Fächern, die die Fakultät als Promotionsfächer zuläßt*), zu wählen, eines dem der Gegenſtand der Diſſertation entnommen iſt, als Hauptfach, zwei als Nebenfächer. Die Wahl der Nebenfächer bedarf der Genehmigung der Abteilung.

Erforderlich ſind

für die Fächer der Philoſophie, der Pſychologie, der deutſchen, romaniſchen und engliſchen Philologie, der Geſchichte, der mittleren und neueren Kunſtgeſchichte, der Muſikwiſſenſchaft (genehmigt am 4. April 1920), der Geographie(wenn deren Thema nicht der naturwiſſenſchaftlichen Seite entnommen iſt, 21. November 1028), der wirtſchaftlichen Staatswiſſenſchaften und der Forſtwiſſenſchaft:

Kenntniſſe im Lateiniſchen im Ausmaß der Reife des Realgymnaſiums; für die Fächer der griechiſchen und römiſchen Philologie, der

Geſchichte, falls die Diſſertation auf dem Gebiet der alten

*) Siehe Anhang.