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und eine andere meinem eigenen, vor kurzem erschienenen Aufsat⸗ über die Goslarer Waghausordnung von etwa 1400⁹³) beigefügt ist, können Vergleiche nach dieser Richtung hin angestellt werden. Wie ich glaube, ist eine Khnlichkeit wenigstens im Gesamtein- druck nicht zu leugnen. ²⁴)
Kommt damit ein wesentlicher Teil der Einwendungen Zychas in Wegfall, so möchte ich weiter nochmals nachdrücklich unterstreichen, daß der Inhalt des Schriftstücks vom 23. 6. 1310 ganz für sich allein steht und völlig aus dem Rahmen der son- stigen urkundlichen UÜberlieferung über die Zustände im Berg- wesen herausfällt, die für jene Zeit in Goslar bezeugt sind. Von einem nennenswerten Bergbesitz des Goslarer Rates zu Beginn des 14. Jahrhunderts kann keine Rede sein. Und ebenso fehlt es an Unterlagen für eine so ausgeprägte Anteilnahme des Rates an der Bergverwaltung, wie sie der Aufzeichnung von 1310 entsprechen würde. Nimmt man noch hinzu, daß, wie ich ferner hervorgehoben habe, die angebliche Urkunde von 1310 auch in dem ältesten Archivregister des Rates von 1399, in dem sie wegen ihrer Wich- tigkeit unbedingt hätte erwähnt werden müssen, ²⁵) nicht berück- sichtigt ist, so kann der Beweis für die Echtheit der Urkunde auch durch die sich auf ganz anderer Höhe als die Darlegungen M.s bewegenden Ausführungen Zychas nicht als erbracht angesehen werden, zumal auch diese ihrerseits noch gewissen Zweifeln Raum gewähren. 3⁰)
Damit aber wird den gesamten Betrachtungen M.'s über das Dasein einer Großgewerkschaft der behaupteten Art seit dem Jahre 1157, für die keine einzige sichere Spur verbleibt, und den zu- weilen fast krampfhaft anmutenden Bemühungen M.'s, einen Ein- blick in die Zusammensetzung der Gewerkschaft und die späteren Verschiebungen in ihrem Bestande zu gewinnen, die Grundlage entzogen. Es ist vielmehr davon auszugehen, daß bis gegen die Mitte des 14. Jahrhunderts der seit 1290 zu einer Einheit zusam- mengeschlossene Verband der Montanen und Silvanen einen maß- gebenden Einfluß im Bergwesen ausgeübt hat. Mit dem Verfall des Bergbaus im Laufe des 14. Jahrhunderts ist er im Wege einer planmäßigen Politik durch den Goslarer Rat aus dieser Stellung verdrängt und in Verbindung mit diesen Vorgängen ist auf ande- rem Hintergrunde unter der Führung des Rates der Versuch einer


