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umging, ⁵*) nicht fern. Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß der Schwerpunkt der Betätigung der Montanen doch in der Haupt- sache im Bergbau am Rammelsberge lag, während die wirtschaft- lichen Interessen der Silvanen mehr nach der Waldmark hin aus- gerichtet waren.5³) Damit hängt auch der Umstand zusammen, daß, worauf gleich zurückzukommen ist, die Gliederung der bei- den Verbände abweichende Züge aufweist, und daß ebenfalls die Art der Siedlung verschieden ist, insofern die Montanen des Ram- melsberges ursprünglich in ihrer Hauptmasse geschlossen in dem von der Stadt getrennten Bergdorf wohnten, während die hervor- ragenden Silvanenfamilien in erster Linie im Frankenberger Be- zirk auftauchen, aber auch über Sitze in der Waldmark verfügten. Das Gesagte schließt indessen nicht aus, daß namentlich in jünge- rer Zeit Montanenfamilien in den sämtlichen städtischen Pfarr- bezirken und Silvanenfamilien in andern Stadtteilen als am Fran- kenberge anzutreffen sind.
Wie ich schon bei früherer Gelegenheit5*) betont habe, dreht es sich bei den Silvanen um einen genossenschaftlichen Verband, der eine ähnliche Struktur aufweist, wie sie sonst auf niedersächsi- schem Boden bei den dortigen Markgenossenschaften zu beob- achten ist. Der Schicht der einfachen Mitglieder steht eine bevor- rechtigte Gruppe von Personen gegenüber, die als„Erfexen“ be- zeichnet werden und die als Erfexen des Waldes den Erfexen des Feldes, die in den Dörfern der Umgebung von Goslar bezeugt sind, entsprechen. ⁵⁰) Sie werden in der Bergordnung Herzog Albrechts von Braunschweig vom Jahre 1271 neben einer Anzahl von Ritter- familien erwähnt, die ebenfalls in der Waldmark ansässig sind und denen sie auch sozial und gesellschaftlich nahekommen. Sie sind — wohl im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen, die sich um die Zeit vor 1290 zwischen Adel und Bürgerschaft in Goslar abspielten,— in dem ersteren aufgegangen. ²¹) Darin liegt, wie nebenbei bemerkt werden mag, zugleich ein Umstand, der den Zusammenschluß zwischen Montanen und Silvanen im Jahr 1290 begünstigt hat. Mit dem Gesagten steht auch in Verbindung, daß Silvanenfamilien aus dem seit dem Jahre 1108 mit der Stadt ver- einigten Frankenberger Bezirk schon um die Mitte des 13. Jahr- hunderts im Goslarer Rate vertreten sind.
Dagegen haben sich die Dinge im Bergdorf in einer anderen Richtung entwickelt als im Frankenberger Bezirk. Sie erhalten ihr


